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Streit um streunende Katzen am Großsee

Tauer. Eigentlich ist es ein Konfliktfall, den man mit einem kleinen Gespräch, einem Kompromiss und einem gelassenen Achselzucken beilegen kann. Inzwischen aber beschäftigent sich eine Bürgermeisterin, ein Tierschutzverein, eine Campingplatzverwaltung und mehrere Nutzer des Campingplatzes am Großsee mit dem Problem – das in der Anwesenheit von zwei bis drei Katzen besteht. Andrea Hilscher

Diese verwilderten Streuner werden seit vielen Jahren von dem Cottbuser Camper Wolfgang Wünsch (73) gefüttert, vor allem im Winter, wenn Mäuse und Co schwer zu erjagen sind. "Wir mögen die Tiere", sagt er. Und erinnert sich, dass ein Teil der Streuner bereits mit Unterstützung des Gubener Tierschutzvereins kastriert wurde. Seit einigen Monaten aber regt sich Widerstand gegen die tierische Gesellschaft: Andere Camper am Großsee fühlen sich durch die Katzen belästigt, klagen über Verunreinigungen und Gestank. Zwischenzeitlich habe ihm der Geschäftsführer des Platzes sogar mit Kündigung gedroht, sagt Wolfgang Wünsch empört. "Ich stand vor der Wahl, entweder die Tiere im Stich zu lassen oder mir einen anderen Campingplatz zu suchen."

Dabei, so Wünsch, sei das Tierschutzgesetz auf seiner Seite. Dort ist verankert, dass Fütterungsverbote nicht ausgesprochen werden dürfen, wenn Katzen sich bereits über Jahre an diese Nahrungsquelle gewöhnt haben.

Er wandte sich an Karin Kallauke, die Bürgermeisterin von Tauer. Sie hofft, dass der Konflikt beigelegt werden kann. "Es geht schließlich nur um ein paar Katzen." Und die seien immerhin die Ausputzer des Campingplatzes, würden Mäuse und anderes Getier vertreiben.

Der Geschäftsführer des Platzes gibt sich auf RUNDSCHAU-Nachfrage zurückhaltend, will den internen Konflikt nicht öffentlich kommentieren.