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Osten ins Kabinett
Beben im Bund erreicht die Lausitz

Für Iris Gleicke, die amtierende Ostbeauftragte der Bundesregierung, ist eine Stimme des Ostens auch im neuen Groko-Kabinett notwendig.
Für Iris Gleicke, die amtierende Ostbeauftragte der Bundesregierung, ist eine Stimme des Ostens auch im neuen Groko-Kabinett notwendig. FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Cottbus/Berlin. Frust über den Kurs der Jusos in Cottbus: Der Vorsitzende Marco Bedrich tritt zurück und kritisiert die Jungsozialsten bundesweit scharf. Unterdessen lässt die Ostbeauftragte der Bundesregierung Iris Gleicke keinen Zweifel: Auch ins neue Groko-Kabinett gehört eine Oststimme. Von Christian Taubert

Das bundespolitische Beben nach dem Groko-Kompromiss von Union und SPD hat inzwischen auch die Lausitz erschüttert. Noch bevor Ex-SPD-Chef Martin Schulz am Freitag von seinen Ambitionen auf das Amt des Außenministers verabschiedete, erklärte der Cottbuser Juso-Vorsitzende Marco Bedrich seien Rücktritt.

Während die Jusos bundesweit gegen die Groko Front machen, begründete Bedrich seinen Schritt damit, „dass die Jusos meine Auffassung von sozialdemokratischer Politik nicht mehr wiederspiegeln“. Er fügte hinzu: „Wenn wir das Leben der Menschen nur ein kleines bisschen verbessern können, sollten wir das tun und uns nicht zu einer theatralischen Selbstfindungsphase einschließen.“

Unterdessen unterstützte der Vetschauer FDP-Bundestagsabgeordnete Martin Neumann im RUNDSCHAU-Redaktionsgespräch die Forderung nach einem Ostdeutschen im neuen Kabinett. „Wir brauchen einen kompetenten Ostvertreter.“

Die amtierende Ostbeauftragte der Bundesregierung Iris Gleicke (SPD) lässt gegenüber der RUNDSCHAU keinen Zweifel, dass weiter eine starke Oststimme notwendig sei. Vor dem Hintergrund, dass es im Koalitionsvertrag keinen Hinweis auf einen Ostbeauftragten gibt, verdeutlicht sie: „Mit dem Auslaufen des Solidarpaktes stehen die Ostförderung sowie auch die Regionalpolitik vor einer grundlegenden Neuorientierung.“ Dafür sei „eine starke, kompetente Stimme für den Osten, die sich dafür einsetzt, Innovationen, Forschung und Entwicklung in Ostdeutschland voranzubringen, unerlässlich“.