Zwar habe er seine Unterschrift auf die Zustimmungserklärung zur Kandidatur gesetzt. "Das war mein Fehler." Er habe aber gedacht, er leiste für einen anderen Kandidaten eine Unterstützerunterschrift. Er fühle sich "auf eine falsche Fährte gelockt". Und zwar von seinem Schwager William G. Schiewek.

Schiewek ist FDP-Mitglied und hatte einige Verwandte und Bekannte geworben, auf der Liste für die Stadtverordnetenversammlung zu kandidieren. Er habe den Unterschied zwischen Unterstützerunterschriften und Kandidatur erklärt, erinnert sich Schiewek. Bis zu den Veröffentlichungen der Listen sei auch alles in Ordnung gewesen. Nun bekomme sein Schwager offensichtlich aber kalte Füße, weil er von seinen Sportkollegen auf seine Kandidatur für die FDP angesprochen werde. Inzwischen habe sich das in einigen Telefonaten hochgeschaukelt. Schiewek, der das FDP-Wahlprogramm mitgeschrieben hat, ist das Ganze im Nachhinein sehr unangenehm. "Ich ärgere mich jetzt, dass ich ihn geworben habe."

Für die FDP sei dieser familiäre Zwist sehr "unappetitlich", räumt der Kreisvorsitzende Jens Lipsdorf ein. Aber es sei jetzt nicht zu ändern. "Das ist für uns kein rechtliches, sondern ein Imageproblem", sagt Jens Lipsdorf.

Für Rentner Klaus Hanschke aber bleibt in dem Zwist eine andere Frage offen: Er wundere sich, "wie schnell man FDP-Kandidat werden kann, ohne das Programm und die Ziele zu kennen". Dem widersprechen Schiewek und Lipsdorf gleichermaßen: Kandidat Hanschke habe wie alle anderen FDP-Kandidaten auch Einladungen zu Wahlveranstaltungen und das Wahlprogramm erhalten. Nach RUNDSCHAU-Informationen gibt es weitere "Kandidaten wider Willen" auf der Cottbuser FDP-Liste.