ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:39 Uhr

Burger Amtsdirektorin wehrt sich
Petra Krautz will Abwahl überprüfen lassen

Blick in den Versammlungsraum mit Andreas Pfütsch, Petra Krautz, Christoph Neumann und Joachim Dieke (v.r.).
Blick in den Versammlungsraum mit Andreas Pfütsch, Petra Krautz, Christoph Neumann und Joachim Dieke (v.r.). FOTO: Elsner / LR
Burg. Wenn Beschluss gegen Burger Amtsdirektorin rechtswidrig sein sollte, folgt nächste Runde. Viel Bürgerkritik. Von Ulrike Elsner

Petra Krautz ist als Amtsdirektorin des Amtes Burg abgewählt. Doch die Entscheidung, die der Amtsausschuss am Dienstagabend mit zehn Ja- und drei Nein-Stimmen bei einer Enthaltung getroffen hat, könnte noch gekippt werden. Petra Krautz kündigte an, den Beschluss überprüfen zu lassen. Zwei Ausschussmitglieder hätten sich wegen Befangenheit nicht an der Abstimmung beteiligen dürfen, da Familienangehörige in der Amtsverwaltung beschäftigt seien. Dennoch müsse er Petra Krautz abberufen, erklärte der stellvertretende Amtsdirektor Christoph Neumann.

Nun habe der stellvertretende Amtsdirektor zu prüfen, ob der Beschluss rechtswidrig ist, erläuterte Susanne Riedel, Fachbereichsleiterin Recht in der Kreisverwaltung, auf Nachfrage. Wenn ja, müsse der Amtsausschuss nochmals entscheiden. Bei gleichlautendem Beschluss sei der erneut zu beanstanden. Dann liegt die Prüfungspflicht aber bei der Kommunalaufsicht.

Zahlreiche Bürger waren zur Sitzung gekommen, um ihre Meinung kundzutun. Allerdings kamen sie erst zu Wort, nachdem die Entscheidung gefallen war. Ein Antrag des stellvertretenden Amtsausschussvorsitzenden Fred Kaiser, die Einwohnerfragestunde, die nach Geschäftsordnung grundsätzlich vor dem öffentlichen Teil stattzufinden hat, vorzuziehen, fand keine Mehrheit. Christoph Neumann begründete die vom Regelfall abweichende Tagesordnung damit, dass die Abwahl ohne Aussprache zu erfolgen hat.

Obwohl die Entscheidung bereits gefallen war, kritisierten zahlreiche Bürger die Verfahrensweise. Schulleiterin Annett Kaufmann erklärte sich „mit der Art und Weise der Abwahl nicht einverstanden, weil man so mit Menschen nicht umgeht“.

Es wäre Aufgabe des Amtsausschusses gewesen, die Amtsdirektorin zu unterstützen.

Auf die Frage von Nico Bramburger nach den Abwahlgründen entgegnete der Amtsausschussvorsitzende Joachim Dieke: „Jeder Abgeordnete hat seinem Gewissen zu folgen, und jeder hat gemerkt, dass es nicht ganz funktioniert.“ Immer wieder seien Kleinigkeiten aufgefallen, die zum Nachdenken veranlasst hätten. Robert Lehmann aus Burg erntete Beifall, als er seinen Eindruck beschrieb, „eine unbequeme Person“ habe „aus dem Weg“ geräumt werden sollen.

Alexander Wach, Gemeindevertreter in Burg, wollte wissen, was der Ausschuss nach dem letzten Abwahlversuch unternommen hat, um die neuerliche Eskalation abzuwenden. Dazu Dieke: „Wir müssen aufpassen, dass das Amt Burg nicht weiterhin gute Leute verliert.“ Reinhard Selka, Gemeindevertreter in Burg, verwies auf die hohen Kosten der Abwahl. Es sei von 200 000 Euro die Rede. „Es wurde von Anfang an am Stuhl von Petra Krautz gesägt“, erklärte der frühere Bürgermeister von Burg Manfred Neumann (77).

Andreas Pfütsch, Amtsausschussmitglied aus Briesen, zog das Fazit: „Es gibt keine Gewinner in diesem Raum. Wir haben alle verloren, weil wir das Amt Burg hier lächerlich machen.“