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Streit schwelt weiter

Sebastian Thiele wehrt sich gegen einige Aussagen.
Sebastian Thiele wehrt sich gegen einige Aussagen. FOTO: Elsner
Cottbus. Der Bericht über das eingestellte Verfahren gegen die Theaternative C hat bei dem ehemaligen Schauspieler des Hauses, Sebastian Thiele, für Empörung gesorgt. Rüdiger Hofmann

Sebastian Thiele widerspricht vehement Aussagen, die Theaterleiter Gerhard Printschitsch über ihn in der Lausitzer RUNDSCHAU gemacht hat. Der ehemalige Schauspieler und Sänger der Spielstätte in der Petersilienstraße betont ausdrücklich, dass die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die Theaternative C nicht aufgrund seiner Initiative zustande gekommen sind, sondern durch den ehemaligen Landtagsabgeordneten Jürgen Maresch. "Ich habe keine Strafanzeige gestellt und hatte auch keine Gründe, mich zu rächen", sagt Thiele.

Außerdem habe er sich nicht von sich aus um die Nachfolge des Theaterleiters beworben. "Printschitsch hat mich diesbezüglich angesprochen. Ich sollte ihm eine Konzeption vorlegen, nachdem ich ihn längere Zeit während einer Krankheit vertreten habe", sagt Thiele. Eine Vereinbarung zum "Mitlaufen" an der Seite von Printschitsch gab es laut Thiele nicht.

Vor allem einer Sache widerspricht Thiele vehement: "Proben oder Aufführungen habe ich nie geschmissen, und unzuverlässig bin ich auch nicht gewesen", sagt der ehemalige Schauspieler der Theaternative. Das seien ehrabschneidende Behauptungen. "Im Gegenteil: Ich habe sogar mehr gespielt, als nötig." Lediglich eine Aufführung sei nach einem "großen Krach" mit dem Theaterchef von ihm abgesagt worden, so der Schauspieler.

Dieser Krach soll sich vor dem Sommertheater 2013 abgespielt haben. "Ich hatte bis dahin keinen Vertrag in der Hand und auch kein Geld bekommen", beteuert Sebastian Thiele. Er zählt mehrere Aufführungen auf, in denen er zwischen 2010 und 2013 mitgespielt habe. Der Vorstandsvorsitzende der Theatergesellschaft C, an den er sich mit der Bitte um Hilfe gewandt habe, habe das abgetan. Einen Vorwurf macht sich Sebastian Thiele aber auch: "Ich hätte eher reagieren müssen."

Gern hätte die Lausitzer RUNDSCHAU von Theaterleiter Gerhard Printschitsch Näheres dazu erfahren, wann und zu welchen Konditionen Sebastian Thiele bei der Theaternative beschäftigt war. Fragen dazu wollen Gerhard Printschitsch und sein Anwalt wegen Urlaub und Premierenvorbereitungen erst in einer Woche beantworten. Thiele betont nochmals, dass es nie seine Absicht war oder ist, der Theaternative zu schaden. Leider sei es ihm nicht gelungen, die Streitigkeiten intern zu klären.

Das Ermittlungsverfahren gegen die Theaternative C wurde von der Staatsanwaltschaft Cottbus inzwischen gegen Geldauflage endgültig eingestellt. Bis auf verspätete Zahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen und teilweise fehlerhafte Buchhaltungsunterlagen konnten dem Haus keine Versäumnisse nachgewiesen werden.