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| 16:30 Uhr

Zwei Cottbuser bei der WM in Russland
Straßenfußball für mehr Toleranz

Kai Bönke und Karl Adrian sind für eine Woche im Namen des Fußballs quer durch Russland und Europa gefahren. Dort haben sie, unterstützt vom Landessportbund und dem auswärtigen Amt, deutsch-russische Fußballbegegnungen auf einer mobilen Soccer-Anlage initiiert.
Kai Bönke und Karl Adrian sind für eine Woche im Namen des Fußballs quer durch Russland und Europa gefahren. Dort haben sie, unterstützt vom Landessportbund und dem auswärtigen Amt, deutsch-russische Fußballbegegnungen auf einer mobilen Soccer-Anlage initiiert. FOTO: LR / Josephine Japke
Cottbus. Eine Woche lang waren zwei Cottbuser in Russland unterwegs und richteten Fußballturniere für internationale Jugendliche aus. Von Josephine Japke

Kai Bönke und Karl Adrian sind eigentlich Unternehmer und gute Geschäftspartner. Mit Fußball haben sie nicht so viel am Hut. Doch für eine Woche machten die beiden im Namen deutsch-russischer Fußballbrücken nun einen Roadtrip quer durch Russland und Europa. Auf dem Weg trafen sie gastfreundliche Menschen, mutige Radsportler und strenge Zollbeamte.

Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland führte das Deutsch-Russische Forum gemeinsam mit dem Landessportbund und dem Deutschen Fußball-Bund eine zweiwöchige Reise in drei WM-Städte für deutsche und russische Jugendliche durch. Die Teilnehmer fuhren mit dem Zug von St. Petersburg über Moskau bis zur letzten Station nach Sotschi. Überall, wo sie hinkamen, wurden kleine Fußballfelder aufgebaut, auf denen Schüler und Erwachsene jeder Nation gegeneinander antraten.

Karl Adrian und Kai Bönke trafen in Sotschi auf die Reisegruppe und übernahmen die Verantwortung für die Rückführung des Transporters samt Fußball-Fracht. „Aber erst, nachdem wir die Stadt und das Spiel Deutschland gegen Schweden gesehen haben“, erklärt Kai Bönke. Er selbst ist zwar kein riesiger Fußballfan, aber als Toni Kroos erst in der 95. Minuten den Siegtreffer gegen die Skandinavier schoss, lagen auch bei ihm die Nerven blank. „So etwas live im Stadion zu erleben, diese Freude, Erleichterung und Emotionen, das kann man nicht beschreiben“, sagt er.

Beeindruckend war auch die Sportanlage in Sotschi, denn „die ist nagelneu und ungefähr so groß wie die Cottbuser Innenstadt“, erklärt er. Auch außerhalb der Städte kamen sie aus dem Staunen nicht mehr raus. 36 Stunden reine Fahrtzeit, in denen sie am Schwarzen Meer entlang, durch grüne Wälder, Berge und durch weite Ebenen fuhren. „Insgesamt waren wir eine Woche unterwegs“, erklärt Kai Bönke.

Abgesehen von den strengen Zollbeamten, die schon auf der Hinfahrt die Kollegen vier Tage festhielten und auch auf dem Rückweg einige Zeit brauchten, um den voll gepackten Transporter zu durchsuchen, gab es keine Probleme. Unterwegs sei ihnen nur eine Kuriosität begegnet. „Auf einer vollen Autobahn trainierte ein russischer Radsportler und raste im Windschatten eines Autos durch den Verkehr“, beschreibt Kai Bönke schmunzelnd die Szene.

Eine Reise in dieses Land können die zwei Cottbuser nur empfehlen. Auch, weil die Gastfreundlichkeit der Russen legendär sei. „Man glaubt als Deutscher oft, dass man in anderen Ländern nicht willkommen ist, aber das Gegenteil ist der Fall“, versichert Kai Bönke. Die Russen waren begeistert von dem Projekt und der Umgang miteinander stets kameradschaftlich.

„Alle Nationalitäten haben sich super verstanden. Es war ein tolles Klima“, sagt auch Karl Adrian. Verständigungsschwierigkeiten oder Sprachbarrieren gab es keine. Es ist nämlich egal, wo man herkommt, sind sich die beiden sicher: Fußball ist eine Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird.