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Strampeln für eine Fitness-Strecke

Die Pokale finden ihren Platz im Rathaus und in der Kolkwitzer Grundschule. Katharina Nowka, Schülerin der Grundschule und Radsportlerin des RSC, zeigt das weiße Sieger-Trikot.
Die Pokale finden ihren Platz im Rathaus und in der Kolkwitzer Grundschule. Katharina Nowka, Schülerin der Grundschule und Radsportlerin des RSC, zeigt das weiße Sieger-Trikot. FOTO: Igel-Allzeit
Kolkwitz. Fritz Handrow (CDU) war Fußballer, Läufer – jetzt träumt der sportbegeisterte Kolkwitzer Bürgermeister von einer kleinen Fitness-Strecke auf dem Schulhof der Kolkwitzer Grundschule. Nicht nur die Kinder sollen ihn nutzen, sondern auch Erwachsene etwas für ihre Fitness tun können. Annett Igel-Allzeit

Der Förderverein der Grundschule Kolkwitz müsste diese Doppelnutzung allerdings absegnen. Denn ihm hat Andreas Auerbach, Vorstand der envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM), 8300 Euro für die ersten Geräte übergeben.

Das Geld haben die Kolkwitzer am 3. Oktober beim Städtewettbewerb von enviaM und Mitgas erstrampelt. In einem Teilnehmerfeld von 25 Kommunen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen hatten sich die 167 großen und kleinen Kolkwitzer und Mitradler aus dem Umland zum Oktoberfest mit 277,42 Kilometern den ersten Platz gesichert. Damit kamen sie genau 1,39 Kilometer weiter als Markkleeberg. Auch Mügeln und Peitz hatten mit 273,21 und 270,37 Kilometern noch beachtliche Strecken erreicht. Aber selbst die Zschopauer auf dem 25. Platz sind ihre 202,85 Kilometer nicht umsonst geradelt. Das sächsische Schlusslicht belohnen die Ausrichter des Städtevergleichs noch mit 1112 Euro.

Von einem Schulflurfenster aus zeigt Bürgermeister Handrow auf die Ecke für den Fitnessparcours. "Wir müssten diesen Bereich mit Platten befestigen, dann könnten dort bald ein Fitnessrad und ein Crosstrainer aufgestellt werden." Eine Tischtennisplatte steht schon auf dem Schulhof - sie werde rege genutzt, wie Schulrektorin Heike Just bestätigt.

Der Städtevergleich fand zum 13. Mal statt, Kolkwitz hat zum zweiten Mal teilgenommen und aus der Premiere im Vorjahr gelernt, dass nicht nur das Rad für die Erwachsenen, sondern auch das Kinderrad immer besetzt sein sollte. Das Team um Schulleiterin Heike Just hatte deshalb die Startzeiten mit den Kindern exakt durchgeplant, damit nie Leerlauf entstand.

300 der 8300 Euro hatte Bürgermeister Handrow den Kolkwitzern im Energiequiz, dem zweiten Teil des Wettbewerbs, gesichert. Er wusste, dass sich enviaM um 80 000 Kilometer Leitungsnetz kümmern muss, jeder Bundesbürger im Durchschnitt 130 Liter Wasser pro Tag verbraucht und eine verschmutzte Heizung einen 30 Prozent höheren Energieverbrauch hat. Der Bürgermeister freute sich am Mittwoch mit den Kindern über den ersten Platz: "Nun sind wir zwar Gejagte, aber wir wissen auch, dass wir es schaffen können", so Handrow. Von den 89 Kindern, die für Kolkwitz geradelt sind, kamen 65 aus der Grundschule Kolkwitz. Sieben Vereine hatten geholfen, darunter auch die Radsportler der Cottbuser RSC. Unter den Erwachsenen war Olaf Pollack, einst Radsportprofi und heute Vater von drei Kindern und Mitglied des Fördervereins der Kolkwitzer Grundschule. Bei 1,7 Kilometern lag sein Anteil.

In den nächsten Wochen werden die Fitnessgeräte ausgesucht. Dann, so enviaM-Vorstand Auerbach, könnten die Kolkwitzer mit dem Training für den 14. Städtevergleich beginnen.