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Storch Jakob und Frosch Gavroche reisen gen Süden

Sebastian Thiele bearbeitet im Planetarium die Filmaufnahmen für die neue Produktion.
Sebastian Thiele bearbeitet im Planetarium die Filmaufnahmen für die neue Produktion. FOTO: Elsner
Cottbus. Im Cottbuser Planetarium entsteht derzeit die zweite Fulldome-(Ganzkuppel)-Produktion. Im Mittelpunkt steht wieder der pfiffige Frosch Gavroche mit dem französischen Akzent. Die Premiere ist für den Herbst geplant. Ulrike Elsner

Schon mit seiner ersten Fulldome-Produktion "Von Fröschen, Sternen und Planeten" hat das Haus am Lindenplatz die neuen Möglichkeiten modernster Projektionstechnik eindrucksvoll demonstriert. Derzeit wird eine Fortsetzung produziert. "So eine Fulldomeshow kann man sich wie einen Film vorstellen, nur wird sie eben in die Kuppel projiziert, und der Zuschauer sitzt mitten im Geschehen", erläutert Planetariumsleiter Gerd Thiele.

Die meisten Produktionen dieser Art ähneln einem Animationsfilm. Die Cottbuser aber sind einen Schritt weiter. Die Darsteller, in diesem Fall Puppen, agieren zunächst nur vor einer blauen Wand. Später werden sie digital in die Szenerie eingesetzt. Das Prinzip werde auch im Fernsehwetterstudio angewandt, erläutert Gerd Thiele, damit es aussieht, als ob der Moderator vor der Wetterkarte steht. "Wir sind die Ersten im deutschsprachigen Raum, die so etwas fürs Planetarium gemacht haben", sagt Gerd Thiele. Deswegen sei er auch gebeten worden, die Geschichte auf der Tagung der Gesellschaft deutschsprachiger Planetarien im Mai in Potsdam vorzustellen.

Der kleine Cottbuser Frosch mit dem französischen Akzent philosophiert seit zwei Jahren unter den Sternen des Planetariums mit dem Storch Jakob. Das wird auch in der neuen Folge so sein - diesmal aber unter dem Kreuz des Südens.

"Wir sind von Besuchern oft nach dem südlichen Sternenhimmel gefragt worden", berichtet der Planetariumschef. Dieser Wunsch wird nun erfüllt. Doch zuvor musste geklärt werden: Wie kriege ich den Frosch nach Süden? Die Lösung ist so einfach wie originell: Storch Jakob überredet Gavroche, ihn nach Afrika zu begleiten. Also bekommt der Frosch einen Schal umgebunden, eine Fliegerbrille aufgesetzt und staunt bald von seinem Platz im Storchenschnabel aus, wie sich der Sternenhimmel verändert.

Dabei erfahren Kinder wie Erwachsene viel Neues.

Gerd Thiele hat das Drehbuch geschrieben, die Szenerie entwirft Mario Moritz, und Dietmar Kreisl komponiert und produziert die Musik. Karin Heym, die ehemalige Leiterin der Puppenbühne Regenbogen Cottbus, hat die Puppen gebaut und erweckt sie gemeinsam mit Franziska George zum Leben. Die beiden Cottbuser Schauspieler Peter Hartmann und Sebastian Thiele leihen Frosch und Storch ihre Stimmen. Eine polnische Fassung soll es ebenfalls geben.