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| 01:04 Uhr

„Stolpersteine“ sollen Juden in Cottbus ehren

Cottbus.. Mit dem Projekt „Stolpersteine“ soll nun auch in Cottbus an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgten sowie Minderheiten im deutschen Faschismus erinnert werden.

Die Stadtverordneten haben einem entsprechenden Antrag der Fraktion Bündnis 90/Grüne zugestimmt. Die Fraktion will zunächst drei der etwa 95 Euro kostenden Steine finanzieren. Das Projekt stammt von dem Kölner Künstler Gunter Demnig. Es wurde bereits in mehr als 100 deutschen Städten verwirklicht.
Die „Stolpersteine“ werden vor den Haustüren der letzten Wohnung der Betroffenen in den Boden gelassen. Passanten sollen so über die mit einer Messingplatte belegten Steine gedanklich „stolpern“ . Die Messingplatte enthält den Schriftzug „Hier wohnte. . .“ Es folgen Name, Geburtsjahr, das Datum der Deportation sowie Angaben zum Schicksal des betroffenen Menschen. In Cottbus soll in einem ersten Schritt der jüdischen Bewohner gedacht werden.
Nach der Pogromnacht 1938 wurden 30 jüdische Cottbuser in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Im Mai 1939 war die Hälfte der 338 Juden aus Cottbus vertrieben, den Krieg und die Verfolgung durch das Nazi-Regime überlebten nur Einzelne. Die in der Pogromnacht von Nazis niedergebrannte Synagoge mussten später durch Juden abgetragen werden.
Das Projekt kollidiere nicht mit der Ehrung verdienstvoller Sportler, deren Namen-Platten auf dem Bürgersteig vor dem Rathaus in der Berliner Straße eingelassen werden sollen, teilte das Kulturamt mit. (jg)
Im Internet www.judentum-lausitz.de/Hauptseite/Hauptseite.htm