Holger Kelch (CDU), Oberbürgermeister von Cottbus: „Das ist ein klares politisches Signal zur Stärkung des Standortes Cottbus im Strukturwandel und wegweisend für zukünftige wissenschaftliche, technische und weitere unternehmerische Ansiedlungen in Cottbus und der Region. Der Bedarf an medizinischem Fachpersonal steigt, da auch Brandenburg vom demografischen Wandel mit einer älter werdenden Gesellschaft betroffen ist. Damit steigen die Ansprüche an eine komplexe medizinische Versorgung auch in unserer Region.

Die Ansiedlung einer Ausbildungseinrichtung für Ärzte bildet daher eine wertvolle Ergänzung, um den Medizinstandort Cottbus weiter auszubauen. Daher hoffe ich, dass das Land Brandenburg die Verhandlungen mit dem Bund zur Finanzierung erfolgreich abschließen wird.“

Raik Nowka, Sprecher für Gesundheit und Michael Schierack, Sprecher für Wissenschaft (beide CDU): „Grundsätzlich begrüßen wir die Entscheidung des Landes, eine eigene Fakultät für Medizin aufzubauen. Dieser Schritt war längst überfällig, doch leider zeigt sich einmal mehr die Planlosigkeit des Ministerpräsidenten Woidke. Nach jahrelanger Blockade bei diesem Thema sollen nun die Mittel des Strukturwandels urplötzlich auch dafür eingesetzt werden. Seit langer Zeit fordert die CDU ein vernünftiges Gesamtkonzept für die Ausbildung aller Gesundheitsberufe im Land. Der Bedarf ist überall offensichtlich, und bis heute gibt es keine Strategie. Dieser Schnellschuss zum Medizinstudium in Cottbus ist weder durch Gutachten begleitet, nicht durch Konzepte in der Region flankiert und vor allem nicht auf die bisherigen Investitionen in die Medizinische Hochschule Brandenburg und den Gesundheitscampus abgestimmt.“

Götz Brodermann, Geschäftsführer des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus: „Wir freuen uns sehr, dass sich das Land dazu bekennt und erwägt, die Medizinerausbildung nach Cottbus zu geben. Diese Pläne sind durchaus realistisch. Unser Haus ist für diese Aufgabe sehr gut aufgestellt und könnte das auch stemmen. Die Hochschule würde die Region stärken, da von mindestens 1000 neuen Arbeitsplätzen auszugehen ist. Außerdem schafft die Ausbildung auch eine Bindung zur Region und wäre hilfreich in der Bewältigung des Ärztemangels in unserer Region. Es soll eine staatliche Hochschule werden, da geht es natürlich auch um die Übernahme von Kosten. Allein für die Einrichtung einer solchen Fakultät rechnen wir mit Kosten von etwa 250 bis 300 Millionen Euro. Von der Entscheidung bis zum Start müssen wir mit etwa fünf bis acht Jahren für die Umsetzung rechnen, das wissen wir von vergleichbaren Häusern.“