Mehr als 150 Themen, Fragen und Fallbeispiele haben Leserinnen und Leser der Lausitzer Rundschau in einer Umfrage eingereicht. Ein Großteil der Fragen widmet sich Rentnern und Pensionären. Die häufigsten Fragen und einige Fallbeispiele beantwortet hier Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine in Berlin.

Warum zahle ich auf meine eingezahlten, versteuerten Rentenbeiträge jetzt wieder Steuern als Rentner?

Uwe Rauhöft: Ein Teil der Rentenbeiträge wurde aus unversteuertem Einkommen eingezahlt. Das betrifft beispielsweise den Arbeitgeberanteil. Außerdem waren Beiträge teilweise als Vorsorgeaufwendungen steuermindernd berücksichtigt worden. Deshalb ist es grundsätzlich zulässig, dass die Rente teilweise besteuert wird.

Welche Kosten kann ich als Rentner als Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Werbungskosten absetzen?

Uwe Rauhöft: Jeder Rentner kann im Grunde dieselben Aufwendungen absetzen wie alle anderen Steuerzahler auch. Werbungskosten fallen allerdings in der Regel nicht mehr an, wenn der Rentner nicht mehr berufstätig ist. Werbungskosten auf die Rente sind beispielsweise Aufwendungen für eine Rechtsberatung zum Rentenbezug. Häufige Aufwendungen für Rentner sind medizinische Kosten, Zahnersatz und Hilfsmittel wie Brille oder Hörgerät (außergewöhnliche Belastungen), Kirchensteuern und Spenden (Sonderausgaben) und Handwerkerleistungen oder andere Dienstleistungen im Haushalt.

Rentnerin fragt: Warum informiert mich das Finanzamt nicht?

Warum wird man vom Finanzamt nicht informiert, ob Steuern zu zahlen sind (ich bin Rentnerin)? Denn die Renteneinkünfte werden ja an das Finanzamt übermittelt.

Uwe Rauhöft: Eigentlich sollte das Finanzamt alle Rentner, bei denen sich aufgrund der Höhe der Rente eine Steuerzahlung ergeben kann, informieren. Leider funktioniert die elektronische Auswertung bisher nicht reibungslos und erfordert in den Finanzämtern meist noch Nacharbeit. Deshalb kommen manche Aufforderungen erst verspätet für bereits länger zurückliegende Jahre, andere stehen noch aus. Sich selbst zu informieren, ist deshalb der sicherere Weg.

Wie wird die Witwenrente besteuert?

Uwe Rauhöft: Wenn der verstorbene Partner zuvor selbst eine Rente bezogen hat, richten sich die Prozentsätze für den steuerpflichtigen und steuerfreien Anteil der Hinterbliebenenrente nach dessen Altersrente. War der Verstorbene beispielsweise bereits seit 2005 Rentner, wird die Hinterbliebenenrente auch nur zu 50 Prozent besteuert. Der genaue Freibetrag wird im zweiten Jahr des Rentenbezugs ermittelt.

Wie werden ausländische (EU-) Renten in Deutschland versteuert?

Uwe Rauhöft: Ob diese Renten in Deutschland oder im Ausland zu besteuern sind, ist jeweils im Einzelfall anhand der Doppelbesteuerungsabkommen zwischen dem ausländischen Staat und Deutschland zu ermitteln. Wenn die Renten in Deutschland zu besteuern sind, werden sie ähnlich wie deutsche Renten besteuert.

Weshalb kann die Steuer bei steuerpflichtigen Rentnern nicht monatlich berechnet und einbehalten werden wie zum Beispiel bei Pensionären?

Für Rente gibt es bisher kein Verfahren, mit dem die betreffende Steuer vom Rententräger berechnet werden kann. Bei Pensionären erhält der ehemalige Dienstherr, der die Pension zahlt, elektronisch sogenannte Lohnsteuerabzugsmerkmale mit der Steuerklasse und Freibeträgen.

Warum müssen Ost-Rentner mehr Steuern bezahlen?

Warum müssen Ostrentner die vor 2016 in Rente gegangen sind, bei gleicher Rentenhöhe wie ein Westrentner mehr Steuern bezahlen?

Im Rentengebiet Ost erfolgen in der Regel höhere Rentenanpassungen. Weil diese Rentenanpassungen zu 100 Prozent steuerpflichtig sind, kann sich dadurch auch eine höhere Steuerbelastung – bei gleich hoher Rentenzahlung ergeben.

Meine Mutter ist 94 Jahre alt und steuerpflichtig. Sie musste aus gesundheitlichen Gründen ihre Wohnung aufgeben und in ein Altersheim umziehen. Kann sie die Kosten für das Altersheim (Eigenanteil) in der Steuererklärung in Abzug bringen? Wo, wenn es möglich ist, können diese Kosten eingetragen werden?

Uwe Rauhöft: Die Kosten sind dann außergewöhnliche Belastungen, wenn die Unterbringung nicht aufgrund des Alters, sondern aufgrund von Krankheit oder Pflegebedürftigkeit erfolgte. Allerdings ist dann eine sogenannte Haushaltsersparnis in Höhe des Existenzminimums von den Kosten abzuziehen. Das hängt auch damit zusammen, dass in den Heimkosten auch normale Lebenshaltungskosten wie Miete, Heizung oder auch Verpflegung enthalten sind, die nicht steuermindernd abgezogen werden können.

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