Um eine Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Unternehmen zu vermeiden, weisen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter an, von zu Hause aus zu arbeiten. Die damit einhergehenden Kosten etwa für Telefon, Internet und Büroartikel kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer steuerfrei erstatten. Darauf weist Erich Nöll vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin hin. Oftmals ist es aber sehr aufwendig, die tatsächlich entstandenen Kosten zu ermitteln.

Ist für die Arbeit im Homeoffice ein Telefon- oder Internetanschluss erforderlich, kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für diese Aufwendungen entweder 20 Prozent der jeweiligen Monatsabrechnung, aber maximal 20 Euro pro Monat pauschal steuerfrei erstatten. Ansonsten kann der Arbeitnehmer die Ausgaben als Werbungskosten in seiner Einkommensteuererklärung geltend machen.

Wenn der Arbeitgeber die Arbeit im Homeoffice anweist und die Bürogebäude wegen des Coronavirus schließt, steht dem Arbeitnehmer kein Arbeitsplatz mehr zur Verfügung, erläutert Nöll. Die Folge: „Es können auch diejenigen Arbeitnehmer die Kosten des häuslichen Arbeitszimmers steuerlich geltend machen, die es ansonsten unter normalen Umständen nicht können“; sagt Nöll.

Wann Sie Ihr Arbeitszimmer steuerlich absetzen können

Voraussetzung ist jedoch, dass der Arbeitnehmer einen abgeschlossenen Raum als Arbeitszimmer zu Hause zur Verfügung hat. Das Aufstellen eines Laptops am Esstisch reicht für den Werbungskostenabzug nicht aus. Eine Möglichkeit wäre aber zum Beispiel, im Gästezimmer das Bett abzubauen und einen Schreibtisch aufzustellen, so dass die grundsätzlichen Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer erfüllt sind.

Als Werbungskosten können dann maximal 1250 Euro geltend gemacht werden. Der Höchstbetrag von 1250 Euro ist auch bei nicht ganzjähriger Nutzung des häuslichen Arbeitszimmers in voller Höhe, also nicht zeitanteilig, zum Abzug zuzulassen.

Wer das Arbeitszimmer durchgehend steuerlich geltend machen will, muss ebenfalls klare Regeln beachten, heißt es auch bei der Bundessteuerberaterkammer in Berlin. Geltend gemacht werden könne ein Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden nur, wenn für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Dann dürfen Steuerpflichtige im Jahr eben bis zu 1250 Euro als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend machen. Dieser Betrag verdoppelt sich, wenn zwei Personen dasselbe Arbeitszimmer nutzen.

Arbeitszimmer muss vorwiegend für Job genutzt werden

Als anderer Arbeitsplatz zählt grundsätzlich jeder Arbeitsplatz, der objektiv zur Erledigung büromäßiger Arbeiten geeignet ist. Der Arbeitnehmer muss jederzeit auf einen Arbeitsplatz zugreifen können. Wenn im Fall von Poolarbeitsplätzen im Unternehmen zum Beispiel für zehn Arbeitnehmer nur fünf Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, fehlt ein anderer Arbeitsplatz.

Damit das Finanzamt das häusliche Arbeitszimmer anerkennt, muss es außerdem vorwiegend für die berufliche Tätigkeit vorgesehen sein. Für private Zwecke darf es nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Gibt es nur eine Arbeitsecke in einem Wohnraum, können die Aufwendungen auch nicht anteilig als Betriebsausgaben oder Werbungskosten berücksichtigt werden.

Das Arbeitszimmer muss daher wie ein Büro eingerichtet sein und fast ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt werden, bekräftigt Christina Georgiadis vom Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe. Dies habe der Bundesfinanzhof in Leipzig 2015 entschieden.

Arbeitszimmer: Diese Kosten für die Einrichtung sind absetzbar

Sind die Voraussetzungen erfüllt, können die Kosten für die Ausstattung – also zum Beispiel Teppiche, Vorhänge oder Lampen – in voller Höhe abgesetzt werden. Gleiches gilt für die Aufwendungen für Arbeitsmittel wie Regal, Bürostuhl oder Schreibtisch. Ein Computer muss meist über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Anteilig anerkannt werden auch Ausgaben für Miete, Wasser-, Energie- und Reinigungskosten ebenso wie für eine Renovierung, die Müllabfuhr und die Gebäudeversicherung.

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Wie der neue Laptop steuerlich abgesetzt wird


Wer seine technische Ausrüstung fürs heimische Büro selbst kauft, kann die Kosten in seiner Steuererklärung geltend machen. Das gilt auch für Software, Zubehör und Reparatur. Werden Computer, Tablet oder Smartphone ausschließlich beruflich genutzt, stellen die gesamten Kosten Werbungskosten dar, erklärt der Bund der Steuerzahler. Werden die Geräte auch privat genutzt, müssen die Kosten in einen privaten und beruflichen Teil aufgeteilt werden.

Liegen die Kosten dabei nicht mehr als 800 Euro netto (952 Euro brutto), können die Ausgaben sofort als Werbungskosten abgezogen werden. Bei höheren Anschaffungskosten sind Computer in der Regel über drei Jahre abzuschreiben, Mobiltelefone über fünf Jahre.

Wer sich im Januar 2019 einen Computer für 1500 Euro brutto gekauft hat und nur beruflich nutzt, kann für die Jahre 2019, 2020 und 2021 jeweils 500 Euro absetzen. Wird der Computer zu 50 Prozent beruflich genutzt, können 250 Euro pro Jahr abgeschrieben werden. Das muss monatsweise geschehen.