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| 17:38 Uhr

20 Jahre Tolerantes Brandenburg
Steinmeier: „Wir müssen Toleranz vorleben“

Bundespräsidenten-Besuch in Cottbus FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Am Abend hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Handlungskonzeptes „Tolerantes Brandenburg“ in der Cottbuser Chemiefabrik von „Verrohung und Entsolidarisierung“ unserer Gesellschaft gesprochen.

Eingeladen hatte den Bundespräsidenten Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). In einer emotionalen Rede sprach Steinmeier über die große Leistung des Vereins, der seit den 1990er Jahren gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit arbeitet. „Es gibt eine Tendenz zur Verrohung und Entsolidarisierung in unserem Land, auf die wir reagieren müssen“, sagte Steinmeier. „Es geht darum, gezielte Gegenstrategien zu entwerfen. Toleranz, Respekt, friedliches Miteinander: Diese Werte müssen wir in der Gesellschaft insgesamt – auf allen Ebenen – viel konsequenter vorleben und einfordern. Es darf nicht zur Normalität werden, Feindbilder zu stilisieren und sich bei einer Meinungsverschiedenheit ungebremst in enthemmten Empörungsmodus zu begeben.“ Kritik gehöre zur Demokratie und sei ihr „Lebenselixier“. Steimeier: „Aber wir dürfen nicht denen auf den Leim gehen, die nicht nach Lösungen suchen, sondern nach einem anderen „System“, wie sie sagen, de facto nach einem anderen Staat.“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. FOTO: Michael Helbig

Auch Dietmar Woidke rief bei dem Festakt zu einem Schulterschluss gegen das Schüren von Hass und Gewalt gegen Flüchtlinge und Fremde auf. „Wir wollen den ‚Brandenburger Weg‘ des Zusammenstehens aller Demokraten weiter gehen. Gemeinsam wollen wir klare Kante zeigen gegen Rechtsextremismus in unserem Land“, sagte Woidke. Seit der Gründung des „Toleranten Brandenburgs“ sei es gelungen, staatliche Stellen und Zivilgesellschaft näher zusammen zu bringen.

An die 250 Gäste waren zum Festakt für „Tolerantes Brandenburg“ in der Alten Chemiefabrik in Cottbus.
An die 250 Gäste waren zum Festakt für „Tolerantes Brandenburg“ in der Alten Chemiefabrik in Cottbus. FOTO: Michael Helbig
(si)