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Statt Tisch gab es ein Sportlerheim

Mandy und Ralph Reichert sind die neuen Pächter des Schmogrower Sportlerheims und wollen mit vielen Ideen Touristen in das Dorf locken.
Mandy und Ralph Reichert sind die neuen Pächter des Schmogrower Sportlerheims und wollen mit vielen Ideen Touristen in das Dorf locken. FOTO: dst
Schmogrow. Das Burger Nachbardorf Schmogrow will etwas vom Spreewälder Tourismuskuchen abknabbern. Den Schmogrowern Appetit gemacht haben vor allem Mandy und Ralph Reichert. Daniel Steiger

Das Paar ist seit diesem Frühjahr neuer Pächter für das Schmogrower Sportlerheim und erkennt nach und nach, dass in dem Areal mehr Potenzial steckt als das Ausrichten von Familienfeiern und der Ausschank von Bier und Bockwurst zu Fußballspielen. Die beiden Heimat-Rückkehrer wissen, wovon sie reden. Der Burger und die Beeskowerin haben jahrelang in Berlin gelebt und Veranstaltungen - vor allem Konzerte - in der gesamten Republik organisiert. Weil sie nicht wollten, dass ihre beiden Kinder in der Millionenstadt aufwachsen, ging es in die Heimat zurück. Das Sportlerheim war dabei nur ein Zufallstreffer. Ralph Reichert: "Wir haben über Ebay Kleinanzeigen eigentlich einen Tisch gefahndet. Da hat Mandy gelesen, dass für das Schmogrower Sportlerheim ein neuer Pächter gesucht wird." Die vorherige Pächterin hatte das Haus aus gesundheitlichen Gründen abgeben müssen. Seit April stehen nun die Reicherts am Zapfhahn und werkeln an Ideen, wie sie aus dem Nachbarort Burg ein paar mehr Touristen nach Schmogrow locken können.

Im Mittelpunkt ihres Konzeptes stehen die Festbühne und der benachbarte Hafen. Ralph Reichert: "Als wir das Sportlerheim gepachtet haben, kannte ich die Bühne gar nicht." Eingerahmt von hohen Bäumen mit einer schönen Wiese davor sollen hier künftig Konzerte und kleine Märkte stattfinden. Am heutigen Samstag haben die Reicherts beispielsweise die Blues-Legenden von Engerling nach Schmogrow gelockt. Für 15 Euro pro Karte an der Abendkasse erwartet die Besucher im großen Festzelt ein Konzertabend der Extraklasse. Wenn am Abend die Temperaturen fallen, und es zu frisch wird, will Ralph Reichert sogar eine Zeltheizung anwerfen. Doch das soll für dieses Jahr nicht die letzte Veranstaltung gewesen sein. Ein kleiner feiner Weihnachtsmarkt soll auf dem Gelände ebenfalls etabliert werden. Zudem soll an das Sportlerheim selbst ein größerer Saal angebaut werden. Reichert: "Die Gemeinde hat in diesem Jahr aber leider die Fördermittel dafür noch nicht bekommen."

Und auch der benachbarte Hafen spielt in den Plänen der Reicherts eine große Rolle. "Man kann hier auf dem Fließ oder der Malxe wunderschöne Touren fahren", schwärmt der Unternehmer. Vor allem Naturliebhaber kommen dabei auf ihre Kosten. Auch thematische Kahnfahrten werden angeboten. Unter dem Titel "Der Teufelshund im Spreewald" geht es auf schaurig schöne Nachtfahrt auf den Schmogrower Gewässern. Mit Lichteffekten, Deko und echten Schauspielern wird das Ufer lebendig. Auch einen Märchenkahn haben die Reicherts im Programm. Drei Termine stehen in diesem Jahr noch im Kalender: 23. und 30. September und der 7. Oktober. Weitere Informationen gibt es unter: www.kultourkahn.de