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| 05:24 Uhr

Lebensretter gefunden
Stammzellen-Spender gefunden

Wenn Benjamins Stammzellenspende erfolgreich verläuft, können er und seine Freundin Melanie wieder unbeschwerte Momente zu zweit genießen.
Wenn Benjamins Stammzellenspende erfolgreich verläuft, können er und seine Freundin Melanie wieder unbeschwerte Momente zu zweit genießen. FOTO: DKMS
Cottbus. Leukämie-Patient Benjamin erhält heute seine Knochenmarkspende. Von Stephan Meyer

Der Cottbuser Benjamin kann wieder neuen Lebensmut schöpfen. Für den an Leukämie erkrankten 26-Jährigen wurde ein passender Stammzellenspender gefunden, wie seine Mutter Yvonne Seitz gegenüber der RUNDSCHAU mitteilt.

Ende September brach Benjamin in einer Warteschlange vor einem Kino zusammen. Seine Freundin Melanie begleitete ihn daraufhin in die Notaufnahme. Die dort gestellte Diagnose Kreislaufprobleme stellte sich jedoch bald als falsch heraus. Seine Hausärztin nahm einen Tag später eine Blutprobe von ihm. Die Analyse ergab: Benjamin hat Leukämie. Nur eine passende Stammzellenspende kann ihn retten.

Daher organisierten seine Eltern zusammen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) im November zwei Registrierungsaktionen. Eine in Leipzig, wo Benjamin aufwuchs, und eine in Cottbus. „Er ist ein so hilfsbereiter und liebenswerter Mensch, der noch am Anfang seines Lebens steht. Die Angst, ihn zu verlieren, ist groß“, erklärte Yvonne Seitz vor den Registrierungsaktionen.

Dass sie nun so schnell einen passenden Spender gefunden hätten, sei ein wunderbares Weihnachtsgeschenk, erklärt Yvonne Seitz. 1100 Personen hätten sich insgesamt registrieren lassen. Mehr als 600 davon alleine in Cottbus. Nach Angaben des DKMS findet nur jeder zehnte Patient einen Spender. Wer Benjamins Spender ist, bleibt aus Datenschutzgründen geheim.

Seitdem ihr Sohn von der guten Nachricht weiß, gehe es ihm richtig gut, erzählt die Mutter. Aktuell ist Benjamin in der Dresdener Transplantationsklinik. Vor zehn Tagen begann er dort eine vorbereitende Chemotherapie. Für heute ist die Stammzellenspende geplant.

Seine Überlebenschancen lägen nach der Transplantation bei 50 Prozent. Alles hänge davon ab, ob sein Körper die Spende annehme und wie die Rückenmarkzellen aussehen, die sein Körper daraufhin bildet. Das könne der Mutter zufolge sich über Wochen, aber auch Monate hinziehen.

Als Leukämie wird eine Gruppe von Krebserkrankungen des blutbildenden Systems bezeichnet, bei der sich entartete weiße Blutkörperchen unkontrolliert vermehren. Das Blut kann dann seine lebensnotwendigen Aufgaben, wie den Transport von Sauerstoff, nicht mehr erfüllen. Viele betroffene Patienten sind Kinder und Jugendliche.