ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:16 Uhr

Quark & Leinöl
Schwerstarbeit an der Leinölpresse

Mit Unterstützung von Torsten Schulze von der Holländerwindmühle Straupitz versuchte der neunjährige Dominik Kurze aus Cottbus auf einer historischen Presse Leinöl zu produzieren. Er brachte die Hilfe seines Vaters, so anstrengend war die Arbeit.
Mit Unterstützung von Torsten Schulze von der Holländerwindmühle Straupitz versuchte der neunjährige Dominik Kurze aus Cottbus auf einer historischen Presse Leinöl zu produzieren. Er brachte die Hilfe seines Vaters, so anstrengend war die Arbeit. FOTO: Marion Hirche
Burg. Tausende Besucher genießen beim Fest „Quark & Leinöl“ die Vorzüge des Spreewaldes. In diesem Jahr stand das Handwerk besonders im Fokus. Von Marion Hirche

Der Wassermann am Eingang des Burger Kur- und Sagenparks begrüßte am Wochenende Tausende Besucher beim Fest „Quark & Leinöl“, das in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand. Im vergangenen Jahr begrüßte die Cottbuser Veranstaltungsagentur pool production 5000 Gäste. Diesmal waren es noch mehr: mehr als 6000. Was auf der Festwiese geboten wurde, rechtfertigte den Zustrom.

Der neunjährige Dominik Kurze leistete am Stand der Straupitzer Leinölmühle Schwerstarbeit. Torsten Schulze von der einzigen noch funktionieren Dreifach-Holländermühle zeigte, wie vor mehr als 100 Jahren Öl gepresst wurde. Dann durfte der Junge an den Hebel und schaffte erst mit Anschubhilfe das sperrige Ding in Bewegung zu setzten. Das war für ihn so schwer, dass er schon bevor das Goldgelb floss aufgab und die Arbeit seinem Vater überließ. Wie bei den Straupitzern gab es viele Angebote zum Mitmachen.

Die Spreewaldkräuterey von den Lebenshilfe Werkstätten lud zum Korbflechten ein. Clara und Till Wannagat aus Stradow probierten das und stellten fest: „Da braucht man ganz schön robuste Hände.“ Die Geschwister waren mit ihren Eltern aus dem Nachbarort nach Burg gekommen. Agenturchef Jörg Ackermann erklärte: „Wir haben in diesem Jahr noch mehr Handwerk vertreten. Es gibt mehr Möglichkeiten zum Mitmachen.“ Das kam ganz offensichtlich gut an. Es war genau die richtige Mischung zwischen Aktionen und Genießen.

Alle Angebote waren Themen zugeordnet: Landwerk, Landküche, Landgeschichten, Landkinder und Landmusik. Im großen Igluzelt wurden regionale Begebenheiten und Informationen serviert. Dafür sorgten Spreewaldoriginal Marga Morgenstern aus Lübben und Christel Lehmann-Enders aus Lübbenau. So erfuhren die Zuhörer alles über den Spaßmacher des Spreewalds: die Gurke. Wissen meterweise wurde auch auf dem Leinölweg vermittelt. Entlang von in die Erde gesteckten Fähnchen konnten aufmerksame Bummler Vieles über Flachs und Leinöl erfahren.

Zu den beliebtesten Stationen gehörte das große Kochiglu. Hier produzierten die Spreewaldköche Peter Franke, Jörg Thiele und Frank Busch im Akkord Quarkkeulchen mit Quark-Leinölschaum und Mus von Augustäpfeln und Spreewälder Blinis mit Kräuterquark und Forellenkaviar. Das Trio verbreitete zudem beste Laune. Die Speisen wurden durch das Lachen der Drei als wichtige Zutat veredelt. Wer wollte, konnte auch die Rezepte mitnehmen. Serviert wurde auf Palmenblättertellern mit Holzbesteck.

Schlemmen auf besonderem Niveau war in dem Landküchezentrum sowieso angesagt. Hier gab es bei Bäcker Wahn aus Vetschau Kartoffelbrot mit Quark und Leinöl. Philipp Fumfahr verkaufte zudem Dinkelnudeln, Spreewaldburgerbrötchen aus Dinkelmehl mit Leinöl gebacken. Auch Kartoffelpuffer und natürlich die klassischen Pellkartoffeln mit Leinöl und Quark waren im Angebot. Familie Jung ließ sich dieses Spreewald-Nationalgericht schmecken, völlig entspannt auf der Wiese sitzend. Alle drei Generationen schlemmten, auch die neun Monate alte Lina.

Der Spreewald in seiner ganzen Vielfalt war vertreten: Mode aus Alpacawolle präsentierten Vetschauer und brauchten auch zwei Alpaca-Jungtiere mit. Ostereierkünstler, Trachtensticker, Maler, Töpfer, Gemüsehändler, Imker und viele andere sorgten für das besondere Flair.

Die Schüler des Niedersorbischen Gymnasiums in Cottbus nutzten die Gelegenheit, um mit dem Verkauf von Ansteckern die Abiballkasse klingeln zu lassen.

Die Besucher liebten das Fest. So gab es schon im zweiten Jahr Stammgäste, wie Bodo Sauer aus Burg bei Hoyerswerda. „Wir sind gekommen, weil wir das schon im vergangenen Jahr toll fanden. Dieses Mal ist es sogar noch besser.“ Uwe und Grit Richter aus Peitz waren begeistert: „Das ist was Besonderes mit hoher Qualität. Wir freuen uns schon auf die dritte Auflage.“