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Cottbus
Stadtwerke steigen in EGC ein

Cottbus. Die Cottbuser Wirtschaftsförderung geht damit komplett in kommunale Hand. Von Peggy Kompalla

Die Stadtwerke werden für knapp 200 000 Euro zum 1. Januar zehn Prozent der Anteile an der der EGC übernehmen. Damit wird die Cottbuser Wirtschaftsfördergesellschaft zu einem reinen kommunalen Unternehmen umgebaut. Dem hat das Stadtparlament am Mittwoch mehrheitlich seine Zustimmung gegeben. Es hagelte aber auch Kritik.

Marianne Spring-Räumschüssel (AfD) gab zu Bedenken, dass es leichtfertig sei, die Stadtwerke zusätzlich zu belasten. Das Unternehmen müsse sich durch die Energiewende großen Herausforderungen stellen. So steht etwa eine millionenschwere Investition in ein neues Gasheizkraftwerk bevor. „Da ist ein Eingriff in die Finanzen falsch.“ Zudem monierte Fraktionschefin, dass die Umstrukturierung der Wirtschaftsförderung in Cottbus nun schon anderthalb Jahre dauere. Im jüngsten Finanzausschuss hatte sie zudem erklärt: „Wir wissen immer noch nicht, was wir mit der EGC wollen.“

Die wachsende Ungeduld ist auch in den anderen Fraktionen spürbar. Lena Kostrewa (SPD) reagierte angesichts des dürftigen EGC-Konzeptes ähnlich: „Man kommt sich schon hinters Licht geführt vor. Wir hätten uns etwas Konkretes erwartet.“ Auch der Grünen-Fraktionschef Hans-Joachim Weißflog erklärte: „Das Konzept ist ein Problem.“ Der Finanzbeigeordnete Markus Niggemann (CDU) erwiderte daraufhin: „Es geht nur ein Schritt nach dem anderen.“ Zunächst habe die neue Gesellschafterstruktur Priorität.

Die ist nun beschlossene Sache: Die Stadtwerke übernehmen die zehn Prozent von der LWG Lausitzer Wasser GmbH. Damit gibt es ab Januar keine indirekte Beteiligung privater Dritter an der Wirtschaftsfördergesellschaft mehr. Denn der Cottbuser Wasserversorger gehört zu 28,9 Prozent der privaten Eurawasser-Gruppe. Der Kaufpreis der zehn Prozent beträgt 199 642,86 Euro. Mit diesem Wert sind die EGC-Anteile in der Bilanz des Wasserversorgers verbucht. Sowohl der Aufsichtsrat der Stadtwerke als auch die Gremien der LWG haben der Stadt zufolge dem Verfahren zugestimmt.

Der langjährige EGC-Mitarbeiter Frank Prätze erklärte: „Dieser Beschluss ist ein Signal, dass die Stadt die Wirtschaftsförderung dauerhaft erhalten will, gerade vor dem Hintergrund, dass dies in Brandenburg eine freiwillige Aufgabe ist.“ Die EGC war bisher immer nur in Vier-Jahres-Scheiben von der Stadt finanziert worden.

Mit dem Umbau der EGC hatte der Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) verkündet, soll die Wirtschaftsförderung eine stärkere Stellung erhalten.