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| 01:04 Uhr

Stadtwerke erneut vor Insolvenz gerettet

Cottbus.. Die Cottbuser Stadtverordneten haben die Stadtwerke erneut vor der drohenden Insolvenz gerettet. Sie votierten gestern Abend mehrheitlich für die Stundung der fälligen Konzessionsabgabe in Höhe von 450 000 Euro.

Diese gesetzlich geregelte Abgabe müssen die Stadtwerke alle zwei Monate an die Stadt zahlen für die Nutzung kommunaler Grundstücke und Anlagen. Die Stundung ist bis zum 30. Juni 2006 befristet.
Wegen angeblicher Maßregelung von Abgeordneten wegen ihres Stimmverhaltens hatte die AUB-Fraktion trotz der öffentlichen Sitzung eine geheime Abstimmung beantragt. Von 44 anwesenden Abgeordneten stimmten dabei 31 für die Stundung, neun waren dagegen bei vier Enthaltungen. Das sind fünf Gegenstimmen mehr als beim Votum über die Sanierung in der öffentlichen Sondersitzung Mitte Januar.
Der Interims-Geschäftsführer der Stadtwerke, Dr. Torsten Kunze, hatte zuvor auf Liquiditäts-Lücken im Unternehmen verwiesen. Der anhaltende Frost habe zu im Winter obligatorisch höherem Aufwand an Material und Kohle geführt. Gleichzeitig teilte Kunze mit, dass ein Gläubiger-Pool kurzfristige Darlehen erneut gestundet habe. Von der Stadt sei gleiches gefordert, um die weiteren Verhandlungen über die Sanierung zu ermöglichen. In Gesprächen gestern in Berlin hätten neben der Deutschen Kreditbank (DKB) auch weitere Banken deutlich gemacht, dass sie in der Sanierung der Stadtwerke die bessere Alternative sehen, so Kunze. Man sei trotz des „risikobehafteten Prozesses verhalten optimistisch, dass wir Anfang März die ersten Unterschriften für das Konzept haben“ .
Oberbürgermeisterin Karin Rätzel (parteilos) warnte erneut vor einer Insolvenz. „Es ist ein Irrglaube, dass eine Insolvenz die Erlösung aus dem Würgegriff ist.“ Auch ein Insolvenzverwalter müsse die Versorgung der Stadt mit Strom und Wärme sichern. Dazu werde das Heizkraftwerk (Hkw) gebraucht, da etwa 8000 Cottbuser Wohnungen mit Dampf beheizt werden. Diesen könne auch das Kraftwerk Jänschwalde nicht liefern.
Darüber hinaus, so der Geschäftsführer, liege der Preis pro Megawatt stunde Wärme beim Hkw bei etwa 42 bis 44 Euro, in Jänschwalde bei durchschnittlich 70 Euro. Kunze: „Bei einer Insolvenz müssten wir den Hkw-Eigentümer Vasa und den Jänschwalde -Betreiber Vattenfall bitten, uns zu versorgen. Beide Unternehmen sitzen in Hamburg im gleichen Haus.“ Vasa Energy ist eine Tochtergesellschaft von Vattenfall. (jg)