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| 11:49 Uhr

Stadtteilrundgang durch Mitte
Erneutes Alkoholverbot in Cottbus geplant

 Aufgrund seines schlechten Zustandes sei der Gerichtsparkplatz "zum Parken völlig ungeeignet", kritisierte Gottfried Lindner.
Aufgrund seines schlechten Zustandes sei der Gerichtsparkplatz "zum Parken völlig ungeeignet", kritisierte Gottfried Lindner. FOTO: LR / Liesa Hellmann
Cottbus. Vielen Cottbusern ist ihre Stadt wichtig. Deswegen machen sie mit bei den Stadtteilrundgängen mit Oberbürgermeister Holger Kelch. Beim jüngsten geht es auch um ein erneutes Alkoholverbot in der Innenstadt. Von Liesa Hellmann

Auf dem Altmarkt in der Sonne sitzen, die Ruhe genießen – wenn es nach Gottfried Lindner vom Bürgerverein Cottbus-Mitte ginge, wäre der Altmarkt längst eine verkehrsberuhigte Zone. Einen Stadtteilrundgang mit Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) hat er nun genutzt, um erneut auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Bei dem Spaziergang über den Altmarkt zeigt Lindner, was das entspannte Verweilen auf dem Platz ebenfalls beeinträchtigt: Die Holzauflagen auf den steinernen Sitzbänken sind in schlechtem Zustand, der Lack ist an vielen Stellen abgeblättert, das Holz rissig.

Ähnlich sieht es bei der Schlosskirche aus. Seit 2017 bestehen die Bänke um die Kirche nur aus nacktem Stein. Bereits vor mehr als einem Jahr wurden Lindner neue Auflagen zugesichert. Der Auftrag werde jetzt ausgeschrieben, bestätigt eine Verwaltungsmitarbeiterin. Zuvor habe es kein Geld für die Maßnahme gegeben.

Lindner wünscht sich zudem eine erneute Einführung eines Alkoholverbots in Teilen der Innenstadt. Oberbürgermeister Holger Kelch versichert, dass auch in diesem Jahr ein Alkoholverbot etwa im Puschkinpark durchgesetzt werden solle. Ausgenommen werde der Schillerpark. Wann das Verbot in Kraft trete, lässt Kelch offen. Im vergangenen Jahr durfte von April bis Oktober auf bestimmten Plätzen kein Alkohol getrunken werden. Teilnehmer des Rundgangs kritisieren das Vorhaben: Es verdränge insbesondere junge Menschen und Menschen mit wenig Geld aus der Innenstadt.

In Mitte werden viele Wohnungen gebaut

Im Vorfeld des Rundgangs informiert Sabine Kühne vom Fachbereich Stadtentwicklung über laufende Bauprojekte sowie Planungsvorhaben in Cottbus Mitte:

Im Bereich der Franz-Mehring-Straße, nahe des Mühlengrabens, baut die EG Wohnen derzeit ein Mehrfamilien- und Geschäftshaus. Im Erdgeschoss sollen Ladenflächen entstehen. Unter anderem zieht ein Fitnessstudio ein. Darüber sind 30 Wohnungen geplant.

Weitere Wohnungen sollen in der Enke-Fabrik in der Briesemannstraße entstehen. Die Stadt sei mit dem Eigentümer im Gespräch, sagt Sabine Kühne. Ein Planungsentwurf für den weiteren Baufortschritt soll bis Ende des Jahres vorliegen.

Gegenüber der ehemaligen Enke-Fabrik, auf einer Brachfläche im Bereich Briesemannstraße/Ostrower Straße, sind ebenfalls Wohnungen geplant, ein Teil davon im mittleren und unteren Preissegment. Am 19. Juni soll die Entscheidung über den Siegerentwurf bei einem Ideenwettbewerb fallen, den die GWC ausgerufen hatte.

 Ein privater Investor schafft auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Cottbus in der Bürgerstraße neuen Wohnraum. Die Abrissarbeiten des Gebäudes im vergangenen Jahr hatten sich verzögert, weil sich Fledermäuse in den Kellerräumen angesiedelt hatten.

Pläne für Busbahnhof und Barackenstadt

Mit der Verlegung des Busbahnhofes zum Hauptbahnhof stehen neue Möglichkeiten für die Nutzung des Areals bei der Marienstraße offen. Das Gelände habe „großes Entwicklungspotenzial“, sagt Sabine Kühne. „Wir sind dabei, einen Planungsentwurf auszuarbeiten.“ Auch hier steht Wohnraum im Fokus, im Gespräch sind unter anderem ein Bauherrenmodell und klimagerechtes Bauen.

Für die Barackenstadt gibt es ebenso Pläne. Der Fachbereich Stadtentwicklung empfiehlt, nördlich der Bahnlinie eine Fläche freizuhalten, auf der ein begrünter Weg für Radfahrer und Fußgänger geschaffen werden könnte. Ab der Wilhelm-Külz-Straße würde er entlang der Blechenstraße in Richtung Spree führen. Dabei handele es sich, so Kühne, um ein „langfristiges Planungsziel“.

Gottfried Lindner spricht den Zustand des Parkplatzes vor dem Amtsgericht an: „Bei Regenwetter ist es für Kraftfahrer unmöglich, trockenen Fußes zu ihren Autos zu kommen.“ Auch sei die Parkplatzbegrenzung so zugewachsen, dass sie kaum zu erkennen sei und von Autofahrern oft übersehen werde. Der Platz solle einen neuen Belag und eine andere Gestaltung erhalten, wenn im neuen Haushalt Geld dafür abgestellt werde, versichert eine Mitarbeiterin der Verwaltung.