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| 01:25 Uhr

Stadtpromenade verliert erneut ein Kunstwerk

Cottbus. Nach der Brunnenplastik „Bewegung“ verschwindet nun ein weiteres Kunstwerk aus der Cottbuser Stadtpromenade. Ein gußeisenes Ziergitter des Künstlers Karl-Heinz Steinbrück, das seit dem Jahr 1969 das Stadtzentrum bereicherte, weicht nun auch dem geplanten Anbau für das Blechen-Carré. René Wappler

So erklärt der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Peter Lewandrowski: "Das Ziergitter wird von uns gesichert und eingelagert."

Derzeit plant die Stadtverwaltung, das Kunstwerk an einem neuen Ort wieder aufzustellen - und zwar an der Giebelseite des Gebäudes der Hauptpost in der Berliner Straße.

Nur ein Problem besteht noch. "Bislang wissen wir nicht, wie das Projekt finanziert wird, weil es dafür keinen Etat im kommunalen Haushalt gibt", erläutert Peter Lewandrowski. Geschätzte Kosten für den Umzug: 600 bis 700 Euro.

Der Künstler Karl-Heinz Steinbrück hatte im Jahr 1958 gemeinsam mit mehreren Mitstreitern in Seidewinkel die Künstlerische Produktionsgenossenschaft (KPG) "neue form" gegründet. Diese KPG lieferte in die gesamte DDR eigens gestaltete Brunnen, Stühle oder auch Fenstergitter und Leuchter. Bis heute haben die Kunstwerke von Karl-Heinz Steinbrück einen festen Platz in Städten wie Leipzig, Rostock, Hoyerswerda und Eisenhüttenstadt.

Die 34 Jahre alte Brunnenplastik "Bewegung" wird momentan in Hoyerswerda von der Firma Pumpenservice Wussack komplett überholt, bevor sie wieder nach Cottbus zurückkehrt. Als neuer Standort kommt nach Angaben des Altstadtvereins die Burgstraße vor dem Gebäude der Commerzbank in Frage.

Doch ähnlich wie im Falle des Ziergitters steht auch beim Brunnen die finanzielle Frage im Raum. Der Altstadtverein hofft auf Unterstützer, um die geschätzten 10 000 Euro für das Umsetzen der Plastik und die jährlichen Betriebskosten aufzutreiben.

Auch dieses bronzene Kunstwerk hat seinen Ursprung in Seidewinkel, der Heimstatt der früheren KPG "neue form". Manfred Vollmert erschuf es dort im Jahr 1977.