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| 16:47 Uhr

Stadtpolitik in Cottbus
Neuer Stadtverordnetenchef gesucht

 Marianne Spring-Räumschüssel (AFD).
Marianne Spring-Räumschüssel (AFD). FOTO: AFD
Cottbus. Vor der konstituierenden Sitzung des Stadtparlaments schmieden die Parteien neue Allianzen. Ein Machtkampf mit ungewissem Ausgang.

Am Freitag kommender Woche treten die neu gewählten Abgeordneten zu ihrer ersten Sitzung im Stadthaus zusammen. Dann werden die neu gewählten Abgeordneten vereidigt und nehmen ihre Tätigkeit auf. Ausschüsse werden gebildet, mögliche Leitungspositionen besprochen – und vor allem wird ein neuer Stadtverordnetenvorsitzender gesucht.

Marianne Spring-Räumschüssel, frisch gekürte Fraktionsvorsitzende der AfD, könnte durchaus ihren Hut in den Ring werfen, immerhin weiß sie elf der 50 Abgeordneten hinter sich. „Aber das reicht nicht für eine Mehrheit, deshalb will ich keinen meiner Leute in überflüssigen Wahlgängen verbrennen“, sagt Spring-Räumschüssel.

Offenbar gibt es Bestrebungen, der elfköpfigen AfD-Fraktion ein ebenso starkes Bündnis kleinerer Gruppierungen entgegenzusetzen. So wollen Unser Cottbus (fünf Sitze), die FDP (zwei Sitze), die AUB (drei Sitze) und die SUB (ein Sitz) sich zu einer Fraktion zusammenschließen. Torsten Kaps (AUB) bestätigt: „Wir sind im Gespräch und treffen uns am Dienstag, um letzte Details zu klären.“

Unser Cottbus ist bei der jüngsten Kommunalwahl erstmals angetreten. Die Gruppierung betont ihre Unabhängigkeit und will ohne Fraktionszwang agieren. Sie ist ein Sammelbecken unterschiedlichster Kandidaten, die neue Geschäftsstelle soll ihren Sitz im Firmengebäude des Bauunternehmers Helmut Rauer haben.

Die neue, dann ebenfalls elfköpfige Fraktion, die sich kommende Woche gründen will, hätte auch die Möglichkeit, ein Mitglied für das Amt des Stadtverordnetenvorsitzenden vorzuschlagen. Mögliche Namen will Kaps allerdings vor nächste Woche nicht bestätigen.

Auch bei der CDU (neun Sitze) hält man sich bedeckt. Der Fraktionsvorsitzende Jörg Schnapke möchte sich derzeit öffentlich nicht an Spekulationen beteiligen.

Reinhard Drogla (SPD, acht Sitze), der das Amt die letzten beiden Legislaturperioden innehatte, sagt: „Mir hat die Arbeit Spaß gemacht und ich könnte mir gut vorstellen, sie weiterzuführen.“ Eine endgültige Entscheidung über eine erneute Kandidatur habe er allerdings noch nicht getroffen. „Ich will darüber noch mit meiner Fraktion und mit einigen anderen Menschen sprechen.“

Wer letztlich seinen Hut in den Ring wirft und Chancen auf eine Mehrheit hat, ist derzeit noch völlig offen.

 Reinhard Drogla (SPD).
Reinhard Drogla (SPD). FOTO: Thomas Goethe Fotoatelier Go
(hil)