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| 18:26 Uhr

Stadtpolitik
Die Entwicklung von Groß Gaglow birgt Probleme

 In Groß Gaglow besichtigen OB Holger Kelch (M.), Investor Matthias Schulze (l.) und Vertreter der Verwaltung das umstrittene Baugelände.
In Groß Gaglow besichtigen OB Holger Kelch (M.), Investor Matthias Schulze (l.) und Vertreter der Verwaltung das umstrittene Baugelände. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Das Gerätehaus der Feuerwehr und die Rückübertragung von Grundstücken bereiten Sorgen. Von Andrea Hilscher

Dieter Schulz (AUB/SUB) kann als Ortsvorsteher von Groß Gaglow auf einige Erfolge zurückblicken. Beim Ortsrundgang mit Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) bedankt er sich für die gute Zusammenarbeit in Sachen Teichreinigung, für das künftig wieder zu hundert Prozent ausgezahlte Ortsteilbudget und die insgesamt positive Entwicklung von Groß Gaglow. Ohne Kritik geht es dennoch nicht.

Der Streit um die Rückübertragung von Grundstücken, die sich früher in jüdischem Besitz befunden haben. Hier sagt Dieter Schulz: „Wir haben bisher von allen Ministerien unbefriedigende Antworten erhalten.“ Einzig der Staatssekretär des Ministerpräsidenten sei derzeit auf einem guten Wege, stünde kurz vor einem Gespräch mit der Jewish Claims Conference JCC. „Wenn sich die Problematik nicht bis zu den Landtagswahlen klärt, dann gibt es Aktionen in Größenordnungen, die die JCC nicht gut aussehen lassen.“ OB Holger Kelch bestätigt: „Staatssekretär Martin Gorholt fliegt extra nach Frankfurt, um dort über Groß Gaglow zu sprechen.“

Der Spielplatz, über den seit zehn Jahren gesprochen wird. Hier klagt der Ortsbeirat über mangelnde Absprachen zwischen den einzelnen Abteilungen der Verwaltung. „Die einen schlagen uns einen Standort vor, den die anderen dann wieder ablehnen.“ Stadtplanerin Doreen Mohaupt bittet um Verständnis: „Jede Abteilung hat andere Belange zu berücksichtigen.“ Jetzt habe man sich auf einen Standort für den Spielplatz geeinigt, er könne hinter der Schule entstehen. Die Groß Gaglower verdrehen die Augen: Genau den Standort wollen sie nicht. Zu dicht an den Klassenräumen, zu schlecht einsehbar. Sie hätten den Spielplatz lieber in der Nähe des früheren Bürgerhauses. „Da müssten wir allerdings erst das Grundstück kaufen und ein Gebäude zurückbauen“, gibt OB Kelch  zu bedenken. Das Thema bleibt spannend.

Das Gerätehaus der Feuerwehr. „Wir haben alle Zuarbeiten geliefert und hören seitdem nichts mehr von der Stadt. Was passiert mit unserer Wehr?“ Holger Kelch erklärt, dass er zunächst von vier freiwilligen Feuerwehren wissen wollte, wie sie sich ihre und die Zukunft ihrer Gerätehäuser vorstellen. „Wenn wir alle Angaben haben, können wir über eventuelle Sanierungsvorhaben sprechen.“ In jedem Fall wolle er die Ortswehren erhalten, „auch als Bindeglied der Gemeinschaft.“

Die Buslinie 13 erfüllt nach Meinung von Edith Seemann ihren Zweck nicht mehr. „Früher führte sie bequem über Lausitz-Park und Krankenhaus ins Zentrum“, klagt die Seniorin. Jetzt müsse man mit dem Bus eine langwierige Strecke absolvieren, um dann in die Straßenbahn umzusteigen. Holger Kelch verspricht: „Darüber reden wir im Rahmen der Debatte ums Nahverkehrskonzept.“

Wohnbebauung hinter dem Sportplatz. Hier gibt es gleich zwei Vorhaben: Matthias Schulze möchte sein Autohaus erweitern und zusätzlich knapp 30 Wohneinheiten bauen. In der Nachbarschaft will ein weiterer Investor ebenfalls Wohnungen errichten. Juristische Auseinandersetzungen, Kleingärtner und die Planungen der Stadt stehen dem entgegen. Mehr über die Probleme lesen Sie kommende Woche in der RUNDSCHAU.