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| 02:32 Uhr

Stadtoberhaupt für Stadtpromenade

Cottbus. Für Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) hat eine Entwicklung in der Stadtpromenade Priorität. Vor dem Stadtparlament sprach er am Mittwoch sein Vertrauen für den Investor aus. Einen Bürgerentscheid hält er für den falschen Weg und fordert mehr Mut von den Parteien. Peggy Kompalla

Oberbürgermeister Holger Kelch hat in seiner Rede vor dem Stadtparlament deutliche Worte zur weiteren Entwicklung in der Cottbuser Innenstadt gefunden. "Ich bin überzeugt, dass sich in der Stadtpromenade etwas entwickeln muss und, dass es dazu einen verlässlichen Investor braucht. Seit dem Sommer haben wir ein ungewöhnliches, aber glaubwürdiges Verfahren erlebt", lobte er und fügte an. "Glaubwürdig agiert bislang auch der Investor. Das ist sehr wichtig, und dass muss auch so bleiben. Wir brauchen eine Entwicklung in der Promenade."

Die EKZ Stadtpromenade GmbH hatte nach fünf Jahren Stillstand dem neuen Verfahren mit Bürgerdialog, Vorentwürfen und Moderation durch einen anerkannten Architekten zugestimmt und den Prozess mitgetragen. In dessen Folge hat der Investor Anfang Dezember einen neuen Entwurf für ein Einkaufszentrum vorgestellt, der auf den ersten Blick auf viel Wohlwollen stieß. Nach eigenen Angaben will das Unternehmen rund 18 Millionen Euro in das Projekt stecken.

Trotzdem spielt die Linke mit dem Gedanken eines Bürgerentscheids (die RUNDSCHAU berichtete). Fraktionschef André Kaun hatte diesen Vorschlag damit begründet, dass sich seine Partei in ihrem Wahlprogramm gegen eine Erweiterung des Blechen-Carrés ausgesprochen hatte. Einem Bürgerentscheid erteilte das Stadtoberhaupt eine klare Abfuhr. "Das bedeutet höheren Aufwand und vor allem Stillstand. Das kann und will sich niemand leisten", betonte Holger Kelch und fügte an: "Selbst wenn die Stadt das Geld hätte, die Fläche in der Stadtpromenade zurückzukaufen: Was machen wird dann dort? Einen Park, für dessen Pflege wir sorgen müssen? Eine Markthalle, die niemand wirtschaftlich führen kann?" Der Oberbürgermeister beantwortete sich diese Fragen selbst: "Wir wollen den Prozess jetzt weiterführen." Deshalb forderte er mehr Mut von den Parteien. "Verantwortung sollte nicht abgelehnt oder delegiert werden. Glaubwürdigkeit hängt nicht daran, dass man stur an seinem Wahlprogramm festhält, selbst wenn es inzwischen neue Erkenntnisse und Vorschläge gibt."

Auch die SPD stellte im Wahlkampf die Erweiterung des Einkaufszentrums infrage. Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Drogla (SPD) war sogar einer der ersten, die sich damals öffentlich gegen das alte Projekt aussprachen. Im vergangenen Jahr stieß er den Prozess um den Neuanfang für eine Entwicklung der Stadtpromenade mit an. Er sagt heute: "Es gibt nur zwei Optionen: Eine Stärkung der Innenstadt oder eine Brache." Seine Wahl ist klar.