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| 12:08 Uhr

Wochenende in Cottbus
Stadtfest mit viel Licht und Schatten

Hoch hinaus auf dem Kettenkarussel.
Hoch hinaus auf dem Kettenkarussel. FOTO: Tino Schulz
Cottbus. Nach Schlägereien landen 16 Personen im Polizei-Gewahrsam. Konzerte auf den Bühnen sorgen für Feierlaune. Von Frank Hilbert und Tino Schulz

Alle Besucher des Stadtfestes in Cottbus wollten eine entspannte und schöne Zeit verleben, doch einige wenige sahen dies offenbar anders, wie von Polizeisprecher Maik Kettlitz zu erfahren ist.

Los ging es Sonntag um 0.30 Uhr, als sich zwei Gruppen, vier Deutsche und fünf Syrer, vor der Stadthalle attackierten. Dabei traf eine Flasche einen Deutschen im Gesicht. Eine Stunde später warf in der Mauerstraße ein Syrer einem Ukrainer eine Flasche ins Gesicht. Beide Verletzten wurden medizinisch versorgt.

Um 1.30 Uhr alarmierten zwei Frauen die Polizei, weil sie am Oberkirchplatz an den Beinen allergisch reagierten – offenbar auf Pfefferspray oder anderes Reizgas. Die Frauen wurden ins Carl-Thiem-Klinikum (CTK) eingeliefert, informierte die Polizei am Sonntag. Auch vier Mitarbeiter vom Rettungsdienst hätten mit Reizungen der Augenschleimhäute reagiert. Im Laufe des Sonntags seien die beiden Frauen erneut zur Behandlung ins CTK gekommen. Die Polizei ermittele, gehe bislang aber davon aus, dass eine Pfefferspraydose oder ähnliches heruntergefallen und dabei kaputtgegangen sei. Dadurch sei dann möglicherweise das Reizgas ausgetreten.

Kubanische Trommler bringen den richtigen Rhtymus aufs Stadtfest und laden die Gäste ein mitzutrommeln.
Kubanische Trommler bringen den richtigen Rhtymus aufs Stadtfest und laden die Gäste ein mitzutrommeln. FOTO: Tino Schulz

20 Minuten später gab es auf dem Stadthallenvorplatz eine Auseinandersetzung zwischen je sechs deutschen und syrischen Männern. Diese endete für zwei deutsche Beteiligte mit leichten Schürfwunden.

Seit Samstag landeten laut Polizei insgesamt 16 Personen im Gewahrsam. Gegen alle war bis Montag ein Aufenthaltsverbot für den Innenstadtbereich ausgesprochen worden. Sollten sie dagegen verstoßen, landen sie erneut im Gewahrsam. Dort wurde auch ein 33-Jähriger untergebracht, der am Samstag gegen 20 Uhr von der Polizei dabei erwischt wurde, wie er einen Anhänger mit Graffiti besprühte. Er attackierte die Beamten mit Schlägen und Tritten und traf dabei einen Polizisten am Kopf.

In Folge der Schlägereien zwischen Asylbewerbern am Dienstag habe die Polizei gegen 30 Personen – davon überwiegend Tschetschenen – ebenfalls Aufenthaltsverbote für die Zeit des Stadtfestes für den Innenstadt-Bereich ausgesprochen, sagt Kettlitz. Um allen Stadtfest-Besuchern einen schönen Besuch zu ermöglichen, seien zusätzliche Bereitschaftspolizisten eingesetzt worden.

Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt. Polizisten bewachen die Bühne von „Cottbus Open“.
Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt. Polizisten bewachen die Bühne von „Cottbus Open“. FOTO: Tino Schulz

„Wir sind schockiert und überlegen, das Stadtfest nächstes Jahr zu meiden und die sonnigen Tage lieber an sichereren Ecken zu genießen“, sagt Familie Master aus Cottbus. „Schade, dass so ein schönes Stadtfest von solchen Taten überschattet wird und man sich trotz Polizei und Ordnungsamt einfach nicht mehr sicher fühlt“, sagt Andreas Kader, ehemaliger Chef einer Sicherheitsfirma.

Die meisten Besucher aber lassen sich am Sonntag die Stimmung nicht verderben. Sie schwingen durch die Lüfte, genießen die Musik und verführerischen Angebote an allen Ecken und Enden und feiern ausgelassen. Und auch wenn die Übertragung des Fußballspiels keine zusätzliche Feierlaune verbreitete und es am Abend wie aus Kübeln goss: Die Jungs von der „Münchener Freiheit“ trotzten dem Regen und verzauberten noch einmal die Cottbuser.