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Stadtentwicklungskonferenz
Wie sich die Cottbuser ihre Stadt im Jahr 2035 wünschen

Am Thementisch Wirtschaft, Wissenschaft, Mobilität gab es heiße Debatten um Radwege, Fahrradtrassen und sichere Abstellmöglichkeiten fürs Rad.
Am Thementisch Wirtschaft, Wissenschaft, Mobilität gab es heiße Debatten um Radwege, Fahrradtrassen und sichere Abstellmöglichkeiten fürs Rad. FOTO: Elsner / LR
Cottbus. Der Ostsee als Entwicklungschance stand im Mittelpunkt der Stadtentwicklungskonferenz. Von Ulrike Elsner

Wie sieht die Zukunft der Stadt Cottbus  aus? Wie wollen die die Menschen hier  künftig leben? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der ersten Stadtentwicklungskonferenz am Donnerstagabend im vollbesetzten Stadtverordnetensaal. Die Bürger waren ausdrücklich eingeladen, ihre Vorschläge einzubringen – und sie nutzten die Chance, Einfluss auf das Leitbild 2035 zu nehmen.

Ziel des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts sei es, „einen Zielrahmen zu schaffen, der zu Entscheidungen für Investitionen“ herangezogen werden kann, betonte Matthias von Popowski von der complan-Kommunalberatung. „Der Ostsee ist die Entwicklungschance schlechthin“, betonte Moritz Maikämper von den Stadtagenten. Im Jahr 2035, dem Zielpunkt des Entwicklungskonzepts, wird er bereits zehn Jahre bestehen, die anvisierte Bundesgartenschau wird acht Jahre zurückliegen. „Aber die Ortsumgehung braucht länger“, so Maikämper. Der Stadtplaner  plädierte dafür, „in Varianten zu denken“, um für alles gewappnet zu sein.

Die Hauptarbeit wurde an den Thementischen geleistet, an denen sich die insgesamt rund 150 Konferenzteilnehmer in Gruppen zusammengefunden hatten. Dabei ging es um folgende Bereiche:

Stadtstruktur, Städtebau und Wohnen: Im Fokus stehen hier vor allem die Innenstadt und der Ostsee. Sandow müsse mit den größten Veränderungen durch den Ostsee rechnen, sagte Doreen Mohaupt von der Stadtverwaltung.

Wirtschaft, Wissenschaft, Mobilität: Im Sektor verarbeitendes Gewerbe käme noch zu wenig Know-how aus der Universität in der Wirtschaft an, betonte Matthias von Popowski. Ziel müsse es aber sein, in Cottbus verarbeitendes Gewerbe anzusiedeln. Die Energiewende müsse als Chance gesehen und gestaltet werden.

Bildung, Soziales und Gesundheit: Es gehe vor allem darum, den sozialen Frieden zu erhalten, betonte Moderatorin Ulrike Engelke. Deshalb müsse mehr in soziale Angebote investiert werden. Zudem würden Fachkräfte  nur in die Stadt gelockt, wenn die Qualität der Bildungseinrichtungen stimmt.

Kultur, Freizeit, Sport, Tourismus: Moderator Merten Klementz plädierte für eine inhaltliche Verbindung zwischen der von Pückler geschaffenen Kulturlandschaft und dem Ostsee. Weitere Aufgaben sah seine Gruppe in der Verbesserung der Radwegebeschilderung  sowie der Vernetzung von Kultur- und Beherbergungsangeboten, um die Verweildauer der Gäste zu verlängern.

Grün- und Freiräume, Umland und Region: „Cottbus ist eine grüne Stadt, aber die Qualität der Grünanlagen sollte verbessert werden“, schätzte Moderator Stefan Korb nach der Diskussion ein. Zudem müsse sich das Ostsee-Thema Wasser – in Form von Wasserläufen oder Brunnen– in der Stadt besser spiegeln.