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| 18:40 Uhr

Stadtentwicklung Cottbus
Von null auf 250 Bewohner

Gerd Mielke ist zufrieden mit der Entwicklung des Projektes „Gut Branitz“.
Gerd Mielke ist zufrieden mit der Entwicklung des Projektes „Gut Branitz“. FOTO: LR / Hilscher
Cottbus. Fast aus dem Nichts hat Gerd Mielke 175 Wohnungen aus dem Boden der Branitzer Siedlung gestampft. Jetzt kommen ein Hotel und eine Arztpraxis dazu. Von Andrea Hilscher

Noch vor zwei Jahren deutete kaum etwas darauf hin, dass auf dem Gelände des früheren Best Western Hotels in der Branitzer Siedlung jemals wieder Leben einziehen würde. Dann übernahm Gerd Mielke, Geschäftsführer der Firma Quattrohaus, das 3,6 Hektar große Areal und krempelte die Ärmel hoch.

Heute, nach nur zwei Jahren, ist das Gelände kaum wiederzuerkennen. An den Fenstern von frisch sanierten Wohnungen hängen Gardinen, Terrassen und Balkone sind möbliert. Ein Spa mit Sauna, eine Physiotherapie, eine Tagespflege und ein kleiner Kaufmannsladen haben ihre Räume bezogen. Das Restaurant „Kulinarium“ bewirtet neben Mietern der Wohnresidenz inzwischen auch Gäste von außerhalb. Der Saal wird für Tanzbälle gebucht, in den Räumlichkeiten werden Jugendweihen und Einschulungen gefeiert.

Trotzdem: „Wir hätten gedacht, dass unsere Bewohner das Kulinarium stärker nutzen“, sagt Gerd Mielke. Mit der Vermarktung der Wohnungen ist er allerdings ausgesprochen zufrieden. 24 neugebaute Eigentumswohnungen sind verkauft, ein Großteil der 151 Mietwohnungen sind ebenfalls bewohnt – bei Mietpreisen, die sich zwischen 13 und 15 Euro pro Quadratmeter bewegen. „Dafür können unsere Bewohner alle Annehmlichkeiten der Anlage nutzen“, so Mielke. Der Service von Rezeption und Sicherheitsdienst, Sauna und Schwimmbad, Kaminzimmer und Bibliothek – das Leben in der Residenz klingt nach gepflegter Erholung.

Der Name fungiert als neue Dachmarke des Standortes.
Der Name fungiert als neue Dachmarke des Standortes. FOTO: LR / Hilscher

Um das Konzept abzurunden, bietet Gerd Mielke ab dem Herbst neben der schon bestehenden Physiotherapie, der Tages- und der Hauskrankenpflege auch die Dienste eines Arztes an. Der Mediziner aus Bremerhaven zieht der Liebe wegen nach Cottbus, wird sich in der Branitzer Siedlung niederlassen. „Unsere Bewohner sind zwar jünger als in vielen anderen Residenzen“, sagt der Geschäftsführer. „Aber bei einem Durchschnittsalter von 70 Jahren ist eine gute medizinische Betreuung schon attraktiv.“

Das Wellness- und Gesundheitsangebot des Komplexes soll künftig auch für eine weitere Kundenschicht interessant werden. Im Herbst wird mit dem Bau eines kleinen Parkhotels begonnen: 39 Zimmer, zum Teil rollstuhlgerecht und mit 36 Quadratmetern groß genug für Menschen mit Handicap oder für Aufbettungen. „So können Familien mit behinderten Kindern oder Eltern hier einen entspannten Urlaub verbringen und den Service der Residenz nutzen“, erklärt der Geschäftsführer.

Zudem will er mit dem Hotel Fahrradtouristen ansprechen, die die reizvolle Route von Branitz in Richtung Ostsee austesten wollen. „Wir bieten einen Fahrradverleih und eine Reparaturwerkstatt an.

Beim Stichwort Branitz muss Geschäftsführer Gerd Mielke allerdings schmunzeln. Bei ihm wie auch bei der RUNDSCHAU haben mehrere Cottbuser angerufen, die sich gewundert haben, dass aus der „Wohnresidenz und Spa“ inzwischen ein „Gut Branitz“ geworden ist. Die Namensanpassung sei fällig gewesen, so Mielke. Denn mit zehn verschiedenen Unternehmen auf dem Gelände habe man eine Dachmarke gebraucht, unter der sich alle wohlfühlen. Eine Werbeagentur habe sich mit der Historie des Geländes befasst und herausgefunden, dass die Fürstenfamilie auch im Bereich der Branitzer Siedlung Ländereien besessen habe. „Der Name passt also.“

Stiftungschef Gert Streidt und Parkleiter Claudius Wecke habe er rechtzeitig über den neuen Namen informiert. „Wir haben uns auf ein freundliches Miteinander geeinigt.“ Als äußeres Zeichen der Verbundenheit will Claudius Wecke eine kleine Pyramide im Vorhof der Residenz gestalten – als Fotomotiv für Gäste und Bewohner.