Die Gesellschaft für Geschäfts- und Wohnbauten mbH & Co. KG (GWB) sei der einzig verbliebene Investor für die Stadtpromenade. Drei weitere Interessenten hätten sich wieder zurückgezogen. Die GWB hatte bereits im November erklärt, in die Pläne des vorherigen Investors ECE einsteigen zu wollen.
Dazu benannte die Verwaltung jetzt Eckdaten. Geplant ist ein Center mit 16 500 bis 17 200 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie 2000 Quadratmetern für Gastronomie und Dienstleistungen. Dazu werde die GWB sowohl das Projekt als auch die Baugenehmigung von ECE nutzen. Die Zahl der Parkplätze werde um 80 reduziert, um so den Baukörper in der Stadtpromenade zu verringern. Die GWB werde in alle Verträge eintreten, die bereits mit ECE, aber auch mit der Treuhand Immobilien-Gesellschaft und den Versorgungsunternehmen geschlossen waren. Gleichzeitig könne die Stadt noch zwei Millionen Euro sparen: „bei Vertragsabschluss“ , so heißt es, werden „Leistungen zur Freiflächensanierung Stadtpromenade und zum Ausbau der Karl-Liebknecht-Straße“ übernommen.
Der wichtigste Satz: Die Stadt werde von allen Haftungsansprüchen freigestellt - sollten die Klagen der Händler vor dem Oberverwaltungsgericht Erfolg haben, trägt GWB demnach die Kosten und Folgen.
Denn diese Klagen sind weiter in Frankfurt (Oder) anhängig. „Aus unserer Sicht gibt es keinen neuen Stand“ , erklärte der Sprecher der „Bürgerinitiative Sanierung Modellstadt Cottbus“ , Diether Sack, gestern. Ein „1:1-Einstieg in die ECE-Pläne“ sei nicht „das Erstrebenswerte“ . An den Grundsätzen habe sich nichts geändert.
Damit hat Sack recht. Denn in der Vorlage empfiehlt die Verwaltung auch die Rücknahme eines Beschlusses der Stadtverordneten vom September 2004. Damals hatten die Abgeordneten auf Betreiben der Verwaltung „Rahmenbedingungen und Entwicklungsziele“ bestätigt. Dazu zählten eine Center-Größe von „zirka 15 000 Quadratmetern Verkaufsfläche“ . Geprüft werden sollte auch der teilweise Erhalt der Baudenkmäler, speziell der Blechenschule.
Stimmen die Stadtverordneten zu, soll in den Verhandlungen mit der GWB eine „Erinnerung an die ehemalige Schule“ sowie eine bessere Verbindung des Centers zur Altstadt erreicht werden. Nach gegenwärtigem Projektstand, so schreibt die Verwaltung, sei eine Änderung des vorliegenden Bebauungsplanes nicht erforderlich.

Hintergrund Termine
 Die Stadtverordneten beraten am kommenden Donnerstag über die Vorlage zur Entwicklung in der Stadtpromenade. Beginn der Tagung ist um 14 Uhr (Stadthaus am Altmarkt 21).
Das neue Einzelhandelsgutachten, das für die Stadtpromenade als Vorzugslösung 15 000 Quadratmeter empfiehlt, maximal aber 18 000 Quadratmeter zulässt, wird am 8. März ab 18 Uhr im Stadthaus der Öffentlichkeit präsentiert.