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Stadt will Gelder für Pflegeeltern drastisch kürzen

Cottbus. Die Idee war gut, zumindest gut gemeint: Vor sechs Jahren erhöhte die Stadt die Pflegegeldpauschalen, um dadurch mehr Familien dazu zu bringen, Pflegekinder aufzunehmen. hil

Großzügig stockte die Stadt die Pauschalen auf, Pflegeeltern in Cottbus bekamen schließlich 50 Prozent mehr Geld als vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. empfohlen. Die Wirkung? Gleich Null. Nach Auskunft der Verwaltung sei es weder gelungen, dadurch neue Pflegeeltern zu gewinnen noch sei die Zahl der Heimunterbringungen gesunken. Jetzt, in Zeiten knapper Kassen, sollen die Pflegepauschalen gekürzt werden. Für Kinder von 0 bis 6 Jahren sinken sie von 1039,50 auf 745 Euro, für Kinder von 6 bis 12 von 1150,50 auf 826 Euro und für über 12-Jährige von 1272 auf 913 Euro.

Schon im Vorfeld haben sich betroffene Eltern über die Kürzungen beschwert, sie seien nicht zumutbar. Veronika Piduch (Linke): "Wir sollten uns nicht auf einen Schnellschuss einlassen. Pflegeeltern leisten eine wichtige Aufgabe und brauchen unsere volle Unterstützung." Jetzt wollen die Fraktionen von AUB/SUB, CDU und Linken nach Wegen suchen, die Kürzungen abzufedern und in zwei bis drei Stufen langsam umzusetzen. Gleichzeitig sollen die präventiven Angebote ausgebaut werden, damit mehr Kinder innerhalb ihrer Ursprungsfamilien aufwachsen können. Pflegeeltern sollen durch regelmäßige Schulungen in ihrer Arbeit unterstützt werden. 2015 wäre mit der komplett umgesetzten Pflegegeldrichtlinie eine Entlastung des kommunalen Haushalts um rund 280 000 Euro zu erzielen. Derzeit leben 103 Kinder in Pflegefamilien 146 sind in Heimen untergebracht.