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| 02:33 Uhr

Stadt verwahrt sich gegen Piccolo-Pläne

Cottbus. Brandenburgs scheidende Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) hat gegenüber der RUNDSCHAU klargestellt, "dass das Land der Stadt Cottbus in Sachen Piccolo-Theater nichts auferlegen will". Es sei vielmehr ein Beispiel und ein Angebot gewesen, als Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf dem Reformkongress vor anderthalb Wochen in Cottbus ein Gedankenspiel zur Zukunftssicherung des eigenständigen Kinder- und Jugendtheaters äußerte. ta/pk

"Mitnichten soll hier etwas oktruiert werden." Die Stadt Cottbus verwahrt sich gegen die Pläne.

Die Ministerin könne die Aufregung zwar nachvollziehen, die allein die überraschende Nennung des Piccolo im Zusammenhang mit der beabsichtigten Bildung einer Stiftung für die Uckermärkischen Bühnen Schwedt, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder), das Staatstheater Cottbus und die Neue Bühne Senftenberg hervorgerufen habe. Doch Dietmar Woidke habe damit eine seiner Leitprinzipien für die geplante Kreisgebietsreform verdeutlicht: Für ihn gehe es darum, so die Ministerin, wie die Lebensqualität bei immer weniger Bevölkerung gesichert werden könne. "Dazu gehört auch, eine flächendeckende Vielfalt von Kultur zu erhalten", erklärte Kunst und verwies auf die zugleich geringer werdenden Finanzen.

Den überraschenden Vorstoß des Landes interpretiert Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) dagegen ganz anders. In seiner Rede vor dem Stadtparlament am Mittwoch sprach er von einem "neuen Kunst-Stück", in dem es um Geld, Macht und Reformen gehe. "In einem dürfen wir uns sicher sein: Das Geld, das wir vermeintlich einsparen, ist nichts anderes als die erste Marge der Kreisumlage, die wir künftig an einen Landkreis zu zahlen haben werden", betonte Kelch. "Der Eindruck verfestigt sich, dass uns unsere Kreisfreiheit und damit auch ein Stück Cottbuser Identität abgekauft werden soll. Solch ein Handel ist nicht mein Ziel für unsere Stadt."

Die Stadt Cottbus sieht Reformbedarf, erklärte Kelch. "Aber ich wiederhole mich gern: Lassen Sie uns gemeinsam mit der Landesregierung erst über die besten Lösungen beraten, ehe von oben herab Festlegungen und Entscheidungen getroffen werden.