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| 02:33 Uhr

Stadt sucht Lösungen für Bibliothek

Die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen gehört zu einer der wichtigsten Aufgaben der Bibliothek.
Die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen gehört zu einer der wichtigsten Aufgaben der Bibliothek. FOTO: Kerstin Stöckel
Cottbus. Von der beabsichtigen Budgetkürzung für die Cottbuser Stadt- und Regionalbibliothek sollen sowohl die Leseförderung als auch die Arbeit mit den Schulklassen nicht betroffen sein. Das haben Bildungsdezernent Berndt Weiße (parteilos) und der Finanzbeigeordnete Markus Niggemann (CDU) am Dienstag erklärt. Sven Hering

"Unser Ziel ist es, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten", ergänzte Weiße.

Im jüngsten Bildungsausschuss hatte die Verwaltung Einsparungen in der Bibliothek angekündigt. Mehrere Mitarbeiter wollen auf eigenen Wunsch ihre Arbeitszeit reduzieren. Dabei geht es laut Markus Niggemann um 13 Arbeitsstunden in der Woche. Die Stadt würde damit nach eigenen Angaben 13 500 Euro im Jahr an Personalkosten einsparen. Um die reduzierten Stunden zu kompensieren, soll die Bibliothek mittwochs und donnerstags jeweils eine Stunde später öffnen.

Der Bildungsausschuss und zuletzt auch der Rechtsausschuss hatten diese Pläne kritisiert und den Widerstand der Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung angekündigt. Bibliotheksleiterin Anette Kornek wurde ebenfalls deutlich: "Wir graben uns damit langsam selbst das Wasser ab", erklärte sie. "Das ist ein langsames Sterben." Die Leseförderung der Kinder stehe für die Bibliothek an erster Stelle. Den eigenen Ansprüchen könne die Einrichtung durch weitere Einsparungen nicht mehr gerecht werden,

Die Verwaltung sucht nun gemeinsam mit den Mitarbeitern des Lernzentrums nach einem Kompromiss. Ziel sei es, den Betrieb so aufrechtzuerhalten, dass keine Nachteile für Kinder und Jugendliche entstehen. So würden Schulklassen nach Absprache bereits jetzt die Bibliothek auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten nutzen. Laut Markus Niggemann soll außerdem überprüft werden, ob die Bibliothek zu jeder Öffnungszeit denselben Personalstamm vorhalten muss.

Es gehe nicht vordergründig um die 13 500 Euro, die eingespart werden können, sondern ums Prinzip, betonte Berndt Weiße. Die Stadt sei angesichts der Steuereinbrüche mehr denn je angehalten, genau zu schauen, wofür sie das Geld ausgebe.