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Stadt plant neue Stellen für Doppik

Die doppelte Haushaltsführung – genannt Doppik – ist eine komplexe Angelegenheit und verursacht jede Menge Mehrarbeit.
Die doppelte Haushaltsführung – genannt Doppik – ist eine komplexe Angelegenheit und verursacht jede Menge Mehrarbeit. FOTO: CrazyCloud/Fotolia
Cottbus. Die Cottbuser Finanzverwaltung befindet sich mit der Errechnung der finanziellen Abschlussbilanz der Stadt vier Jahre im Rückstand. "Der Jahresabschluss 2012 wird nicht mehr in diesem Jahr fertig", sagte der Finanzbeigeordnete Markus Niggemann (CDU) am Dienstagabend im Finanzausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Ulrike Elsner

Doch ohne den Abschluss für 2012 können auch die Bilanzen der Folgejahre nicht ermittelt werden.

Im Vergleich der kreisfreien Städte in Brandenburg stehe lediglich Potsdam besser da. Der Grund: Dort sind mit Jahresabschluss und Buchführung 47 Mitarbeiter beschäftigt. Cottbus verfüge in diesem Bereich lediglich über sieben Stellen. Eine Situation, mit der die neue Art der Buchführung in Verwaltungen Doppik nicht zu bewältigen ist. Niggemann stellt fest: "Doppik schafft mehr Transparenz, aber Doppik ist auch personalaufwendiger."

Der entstandene Zeitverzug soll durch die Schaffung von neun neuen Stellen aufgeholt werden. So sieht es ein Beschlussentwurf für die nächste Stadtverordnetenversammlung vor. Der Finanzausschuss gab dem Papier am Dienstag mit neun Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen seine Zustimmung.

Eine üppige Personalausstattung bedeutet das allerdings nicht. Selbst unter Berücksichtigung der neuen Stellen werde die Zahl der Mitarbeiter für Buchhaltung und Jahresabschlüsse in Cottbus im Vergleich zu Potsdam immer noch bei nur rund einem Drittel liegen, so Niggemann. Der Zeitverzug sei auf diese Weise in frühestens zwei bis drei Jahren aufzuholen.

Bei den für die Jahre 2012 bis 2016 bereits vorliegenden vorläufigen Abschlüssen stellte der Leiter des Geschäftsbereiches Finanzen und Verwaltungsmanagement erhebliche Diskrepanzen zwischen Plan und Ist fest. "Wir waren im Durchschnitt pro Jahr mehr als zehn Millionen Euro besser als vorgesehen", so Niggemanns überraschende Botschaft. Als Gründe nannte er die durch das Defizit erzwungene vorläufige Haushaltsführung, höhere Erträge und Sicherheitspolster in der Planung.