Gut gefüllter Saal trotz Sommerpause: Die Cottbuser Stadtverordneten zeigten sich pflichtbewusst. 44 der 51 gewählten Volksvertreter waren am Mittwoch immerhin anwesend, um Weichen zu stellen und Tatsachen zu schaffen. Allerdings wurden zwei wichtige Entscheidungen vertagt. Hier der Überblick:

Blechen-Carré: Der Investor bekommt mehr Zeit, um den Finanzierungsnachweis für den zweiten Bauabschnitt zu erbringen. Dieser sollte eigentlich schon im Rathaus vorliegen. Jetzt wurde ein Aufschub bis zum Jahresende gewährt. "Die Mehrheit will, dass gebaut wird", erklärte Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) am Mittwoch. Der Investor muss nun monatlich Bericht über den Stand der Finanzierungsgespräche erstatten. Auch die von ihm in Auftrag gegebenen Geomarketing- und Objektbewertungsgutachten sollen im Wirtschaftsausschuss vorgestellt werden. Doch wann soll nun der zweite Bauabschnitt in der Stadtpromenade fertig und damit die Baugrube verschwunden sein? "Wir gehen davon aus, dass wir im Frühjahr 2015 eröffnen", sagte René Becker, Geschäftsführer der Einkaufszentrum Cottbus GmbH, am Mittwoch gegenüber der RUNDSCHAU. Eine Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung gab es zu diesem Punkt nicht. Im Wirtschaftsausschuss hatten sich einige Abgeordnete kritisch geäußert.

Jugendförderplan: Erneut vertagt worden ist eine Entscheidung über den Jugendförderplan. In dem Papier ist geregelt, welche Projekte der Jugendarbeit wieviel Geld von der Stadt als Zuschuss erhalten. Cottbus stellt dafür pro Jahr gut zwei Millionen Euro zur Verfügung. Ab dem Jahr 2014 sollen freie Träger nur Geld erhalten, wenn sie ihre Mitarbeiter tarifgerecht bezahlen. In den vergangenen Wochen hatte die Stadt laut Sozialdezernent Berndt Weiße (parteilos) 17 Gespräche mit den zehn freien Trägern geführt. Keiner habe signalisiert, wegen geringerer Förderung Projekte komplett einzustellen. Die Fraktion SPD/Grüne hat in der Sommerpause die Träger angeschrieben. Die Resonanz sei sehr gut gewesen, die Antworten aber noch nicht komplett ausgewertet, erklärte Markus Möller (SPD). Dafür benötige die Fraktion noch etwas Zeit. Im September soll nun der Plan verabschiedet werden, so die Verabredung am Mittwoch.

Stadtmuseum: Die Würfel in dieser Frage sind nach monatelanger Debatte gefallen. Am Mittwoch stimmten die Stadtverordneten dafür, dass Stadt- und Verwaltungsarchiv künftig am Standort Bahnhofstraße 52 und damit im bisherigen Stadtmuseum untergebracht werden. Das Museum selbst zieht demnach in die alte Sparkassenimmobilie in der Bahnhofstraße 22. Der Kaufpreis für das Gebäude liegt bei 255 000 Euro, sagt Immobilien-Fachbereichsleiterin Anja Schlensog. Das Archiv-Ausweichquartier in der Hallenser Straße wird verkauft. "Dafür finden sich Interessenten, es ist eine gute Lage", zeigt sich Anja Schlensog optimistisch.