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Stadt Drebkau Windkraft-Plan bei Auras sorgt für Streit

Die Anlage steht noch gar nicht – aber die Zeichen stehen bereits auf Sturm: Einen kleinen Windradpark will eine Cottbuser Firma zwischen Auras und Rehnsdorf errichten. Einwände erheben die Bewohner der Drebkauer Ortsteile und die Stadtverwaltung. Von René Wappler

Wenn Harro Falkenbach aus Groß Döbbern die Straße zwischen Auras und Rehnsdorf entlangfährt, wundert er sich jedes Mal über die Bauarbeiten auf dem Feld. „Ich fürchte, das wird eine riesige Windparkanlage mit Blitzlichtgewitter, Nacht für Nacht.“
Ganz so heftig wird es wohl nicht kommen - aber trotzdem verstimmt die geplante Anlage viele Einwohner der Stadt Drebkau. Zum Beispiel den Ortsbürgermeister von Schorbus, Dietmar Horke. „Der Landkreis hat die Baugenehmigung über die Köpfe der Gemeinde und der Stadt Drebkau hinweg erteilt.“ Zum einen stehe die Anlage dem Plan der Gemeinde im Weg, einen Reiterhof zu errichten, von dem sie sich wirtschaftlichen Erfolg erhoffte. Der aktuelle Bebauungsplan sieht nach Auskunft des Ortsbürgermeisters Pferdeboxen zur Vermietung und ein großzügiges Reitgelände vor. Zum anderen fürchteten die Einwohner einen störenden Geräuschpegel und, so Horke, „eine Verschandelung der Landschaft“ .
Widerspruch kommt von Klaus Seifert, Chef der Bauaufsichtsbehörde beim Landkreis. „Wir haben uns durchaus mit den Bedenken der Einwohner auseinandergesetzt, aber das Verfahren lief rechtens ab.“ Eine Baugenehmigung, führt er weiter aus, sei nun einmal nicht von emotionalen Entscheidungen abhängig. Zudem sei bislang lediglich eine einzige Anlage geplant. Diese Ankündigung beruhigt Dietmar Horke keineswegs. Er fürchtet: „Wo eine Windkraftanlage steht, hat bald auch eine zweite Platz.“
Mit Argwohn betrachtet auch die Drebkauer Stadtverwaltung das Projekt. Nach RUNDSCHAU-Informationen hat sie ein zivilrechtliches Verfahren gegen die Cottbuser Windkraft-Firma „Prometheus“ eingeleitet, weil diese den öffentlichen Weg zur künftigen Anlage ohne vorherige Zustimmung befestigte. Bei „Prometheus“ war gestern nachmittag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.