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Stadt Drebkau Offene Gespräche über Suchtproblem

Harald und Lydia Klette im Drebkauer Jugendbegegnungshaus.
Harald und Lydia Klette im Drebkauer Jugendbegegnungshaus. FOTO: René Wappler
Drebkau.. Mit einem ungewöhnlichen Projekt sorgen Sozialarbeiter aus Drebkau für Aufsehen. Sie haben Drogensüchtige eingeladen, mit den Besuchern des Jugendbegegnungshauses über ihre Probleme zu sprechen. Eine heikle Angelegenheit in einer Stadt, in der beinahe jeder jeden kennt. Von René Wappler

„Ich konnte noch trinken, da lagen die anderen schon lange flach.“ Sozialarbeiter Donald Klette, 44 Jahre, erinnert sich genau an die Zeit, da er dem Alkohol verfiel. „Ich dachte, die anderen sind krank, und ich bin gesund. Heute weiß ich, dass es umgekehrt war.“
Ein trockener Alkoholiker, der über seine Sucht spricht - und damit nicht allein ist. Auch eine Lehrerin aus Cottbus erzählte im Jugendbegegnungshaus von ihrer Abhängigkeit. Aus gutem Grund: „Hinter den Fassaden lauert in Drebkau oft die Not“ , sagt Jugendkoordinatorin Lydia Klette, die Ehefrau des Sozialarbeiters. „Jeder kennt mindestens einen Alkoholiker.“ Dennoch staunte sie über die Resonanz: 50 Besucher kamen zu den Gesprächen mit den Betroffenen. „Zu vielen haben wir weiterhin Kontakt“ , sagt Lydia Klette, „so kamen viele Jugendliche auf uns zu, um über Probleme in ihren Familien zu berichten.“ Deshalb planen die Sozialarbeiter ähnliche Projekte auch für die Zukunft.
Im Jahr 1996 hörte Donald Klette auf zu trinken, von einem Tag auf den anderen. Bis heute ist er trocken. „So lange ich zu meinem Alkoholproblem stehe, habe ich keine Möglichkeit, mich zu verstecken.“

Hintergrund Suchtprävention
 Mit dem Drebkauer Projekt „Suchtprävention - mal anders“ bewirbt sich Drebkau für den Wettbewerb „Familienfreundliche Gemeinde“ . Wer sich für das Projekt interessiert, kann unter Telefon 035602 51170 Kontakt zu den Mitarbeitern aufnehmen.