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| 17:38 Uhr

Cottbus
Stadt betont Schutzstatus des Branitzer Außenparks

Die Luftaufnahme zeigt die verlassene Gärtnerei in der Branitzer Siedlung. Dort will die Branitz Garden GmbH Eigenheime errichten.
Die Luftaufnahme zeigt die verlassene Gärtnerei in der Branitzer Siedlung. Dort will die Branitz Garden GmbH Eigenheime errichten. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Eigenheimsiedlung auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei widerspricht Entwicklungsplänen. Von Peggy Kompalla

Die Stadt Cottbus betont den hohen Schutzstatus des Branitzer Außenparks als Teil der von Fürst Pückler geschaffenen Kulturlandschaft. Das erklärt Bauordnungsamtschef Peter Nitschke am Mittwoch vor dem Stadtparlament. Damit reagiert er auf eine Anfrage der Fraktion Unser Cottbus/FDP.

Laut Flächennutzungsplan ist für die Fläche der alten Gärtnerei an der Forster Straße Landwirtschaft vorgesehen. „Daran soll auch festgehalten werden“, sagt Nitschke. Dem laufen die Pläne des neuen Grundstückseigentümers zuwider. Die Branitz Garden GmbH will auf dem Areal eine Eigenheimsiedlung errichten. Die Fläche liegt jedoch mitten im Außenpark des Pücklerparks. „Für die Fläche ist im Sinne der ornamental farm eine gestaltete Feldflur vorgesehen“, so Peter Nitschke.

Das Areal habe aber nicht allein gestalterische Bedeutung. „Die Fläche besitzt außerordentliche Bedeutung für das Welterbe“, ergänzt er. Es ist erklärtes Ziel der Stadt Cottbus und der Stiftung, dass die Branitzer Parklandschaft in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen wird. „Dabei kommt dem Umgebungsschutz eine Schlüsselfunktion zu.“ Die Welterbe-Kommission lege immer wert auf Pufferzonen um die Kernzonen der Welterbestätten. Dies habe mit Sicht-, aber auch Emissionsschutz zu tun. „Die Eigenheimsiedlung würde in Teilen sogar direkt an die Kernzone – also den Innenpark – angrenzen“, erklärt der Amtschef. Der Branitzer Ortsbeirat teile die Auffassung der Stadt.

Auf die Frage der Fraktion, wie viel Steuergeld die Stadt bisher in dem Rechtsstreit mit der Branitz Garden GmbH ausgegeben hat, erwidert Peter Nitschke: „Es ist kein Rechtsstreit anhängig.“ Der juristische Vertreter des Unternehmens ist Rechtsanwalt Frank Mittag. Er sitzt für die Fraktion Unser Cottbus/FDP als sachkundiger Einwohner im Rechtsausschuss.

Angesichts der Antworten aus der Verwaltung fragt sich Wolfgang Bialas (CDU) laut: „Gibt es überhaupt eine reelle Chance auf das Weltkulturerbe? Oder ist das nur ein Wunsch und verpassen wir nicht das ein oder andere?“ Darauf entgegnet Stadtparlamentschef Reinhard Drogla (SPD): „Wenn man Tatsachen schafft, hat man die Chance nie mehr.“