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| 17:23 Uhr

BTU-Studentinnen gewinnen VDI-Preis
Stadion der Aussicht

Das neue Wildparkstadion in Karlsruhe wäre nach den Entwürfen der Studentinnen komplett überdacht und biete mindestens 35 000 Zuschauern Platz.
Das neue Wildparkstadion in Karlsruhe wäre nach den Entwürfen der Studentinnen komplett überdacht und biete mindestens 35 000 Zuschauern Platz. FOTO: Simona Kruss
Cottbus. Drei Studentinnen der BTU machten mit ihrem Entwurf „360 Grad Karlsruhe“ den ersten Platz im VDI-Wettbewerb. Von Josephine Japke

Dass man mit Fußball nichts am Hut haben muss, um ein tolles Stadion zu entwerfen, bewiesen drei Studentinnen der BTU Cottbus-Senftenberg eindrucksvoll: Mit ihrem Entwurf „360 Grad Karlsruhe“ haben Anthea Schneider, Simona Kruss und Pauline Richter beim VDI-Wettbewerb (Verein Deutscher Ingenieure) den ersten Platz errungen.

Der Wettbewerb „Integrale Planung“ findet jährlich zu einem wechselnden Thema statt. Ziel ist es, verschiedene Studiengänge zu kombinieren, um die Aufgabe zu erfüllen. Und die hatte es in diesem Jahr in sich: „Wir sollten ein energieeffizientes Stadion für Karlsruhe entwerfen, das in den Wildpark und die Stadt passt“, erklärt Simona. Ein völlig neues Aufgabengebiet für die Studentinnen, die sich sonst mit öffentlichen Gebäuden, Bürokomplexen, Museen und Brücken beschäftigen.

Pauline Richter, Anthea Schneider und Simona Kruss belegten mit ihrem Stadionentwurf "360 Grad Karlsruhe" den ersten Platz im VDI-Wettbewerb.
Pauline Richter, Anthea Schneider und Simona Kruss belegten mit ihrem Stadionentwurf "360 Grad Karlsruhe" den ersten Platz im VDI-Wettbewerb. FOTO: Simona Kruss

Herausfordernd war auch die Zusammenarbeit miteinander. „Wir kannten uns vorher nicht und haben uns erst für den Wettbewerb zusammengetan“, erklärt Simona, die, ebenso wie Anthea, Architektur studiert. Die dritte im Bunde, Pauline Richter, studiert allerdings Klimagerechtes Bauen und Betreiben. Für die Studentinnen im Master war das allerdings kein Problem: „Am Ende sind nicht nur unsere Ideen zusammengewachsen, sondern auch wir als Team und Freunde“, sagt Pauline.

Dafür mussten sie sich allerdings erstmal mit den Anforderungen auseinandersetzen: Was sind die Richtlinien des Deutschen Fußball-Bundes, welche Ausstattung wird benötigt und was ist fanfreundlich?>" src="/js/tiny_mce/plugins/irnotes/img/note.png">Startschuss war eine Einführungs-Veranstaltung in Karlsruhe im November. Ende März war Abgabe. Bis dahin trafen sie sich wöchentlich, diskutierten, verwarfen und probierten aus. „Wohingegen die beiden Architektinnen ein Auge für die Ästhetik haben, sind mir Energiegewinnung und Solaranlagen beispielsweise viel wichtiger“, beschreibt Pauline. Das Zusammenspiel der zwei Komponenten überzeugte am Ende auch die Jury. „Bei uns hat das Energiekonzept von Anfang an den Entwurf mitbestimmt. Bei anderen wurde es als fremdes Element nur noch hinzugefügt“, erklärt Simona.

Vieles gefällt ihnen an ihrem Stadion besonders gut. Der öffentliche Park und der Stützenwald in Anlehnung an Bäume seien toll. Ebenso die Methoden zur Energiegewinnung und Speicherung wie Solaranlagen und Regenwasserspeicher. Auch die angesiedelten Bienenvölker, die vereinseigenen Honig produzieren, seien besonders. „Aber das Herzstück ist ganz eindeutig die öffentliche Rampe, die einmal ums Stadion hoch aufs Dach führt“, sagt Anthea. Von dort hätte man eine super Sicht auf Wildpark und Stadt.

Dass sie am Ende als Sieger vom Platz gehen würden, haben die Studentinnen bis zum Schluss kaum realisiert. „Es war Wahnsinn. Noch bei der Preisverleihung konnten wir nicht begreifen, dass wir das geschafft haben“, sagt Pauline begeistert. Auch die Tatsache, dass ihr Stadion nicht gebaut wird, sondern nur Teil eines praxisorientierten Wettbewerbs war, schmälert die Freude nicht. „Es war ein toller Wettbewerb, der uns im Studium weitergeholfen und zudem noch Spaß gemacht hat“, erklärt Simona.

Energie Cottbus muss als direkter Konkurrent vom Karlsruher SC in der kommenden Drittliga-Saison allerdings auf die preisgekrönten Studentinnen verzichten: „Also unser nächster Entwurf muss nicht unbedingt noch ein Stadion sein. Eine Brücke oder Saunalandschaft für Cottbus entwerfen wir aber sehr gerne“, sagt Simona.