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Stabile Studentenzahlen an der BTU

Stellvertretend für rund 1900 Erstsemester schrieb sich Katja Krüger feierlich für ein Studium an der BTU ein.
Stellvertretend für rund 1900 Erstsemester schrieb sich Katja Krüger feierlich für ein Studium an der BTU ein. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Es ist immer ein spannender Moment: Das Wintersemester beginnt, die Studienanfänger schreiben sich ein – und stellen damit Jahr für Jahr der BTU ein Zeugnis aus. Behauptet sich die fusionierte Universität? Für den Moment heißt die Antwort: Ja. Mit kleinen Einschränkungen. Andrea Hilscher

Thomas Schunack (19) aus der Nähe von Bad Liebenwerda hat in den vergangenen Wochen schon ein wenig Hochschulluft geschnuppert: Nach dem Wirtschaftsabitur hat er am BTU-College einige Vorkurse besucht, geht jetzt gut vorbereitet ins Wintersemester. "Ich wollte gern in der Region bleiben, außerdem hat die Uni ja einen guten Ruf", begründet er seine Entscheidung für Cottbus. Landnutzung und Wasserbewirtschaftung heißt sein Studiengang.

Gemeinsam mit rund 1900 "Erstis" wird er in den kommenden Wochen die BTU-Standorte in Cottbus und Senftenberg erobern. Studiengänge wie Soziale Arbeit liegen dabei in der Beliebtheit ganz weit vorn, die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) kämpfen um den Nachwuchs.

Die Einschreibezahlen haben sich nach einem Fusionsknick vor zwei Jahren stabilisiert, die Studierendenzahl wird auch künftig bei rund 8200 liegen. Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) hofft allerdings auf 8500, Uni-Präsident Jörg Steinbach hatte zu Beginn seiner Amtszeit gar mit 10 000 geliebäugelt.

Bei der feierlichen Eröffnung des akademischen Jahres betonte Steinbach gestern: "Wir sind eine familiäre Universität, zwischen den anonymen Molochen Dresden und Berlin." Er freute sich über die Stimmung am Zentralcampus und riet den jungen Studenten: "Bilden Sie Gruppen, lernen und arbeiten Sie gemeinsam. Denn als Einzelkämpfer fällt der Erfolg doppelt und dreifach schwer."

Auch Markus Niggemann (CDU), Finanzbeigeordneter von Cottbus, hatte einen Tipp für die Neuankömmlinge: "Melden Sie sich an!" Cottbus fehlen aktuell noch 150 Einwohner, um die magische 100 000-er Marke zu knacken und wieder Großstadtstatus zu erhalten.

Neben der Immatrikulation der Erstsemester wurden im Cottbuser Audimax gestern 39 Deutschlandstipendien verliehen, mit denen Firmen wie BASF, Kjellberg oder Vattenfall junge Studenten unterstützen. Auch Jörg Steinbach selbst gehört dabei zu den Stiftern.

Vergeben wurde zudem der Preis des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst). In diesem Jahr ging er an die Welterbe-Studentin Nicole Franceschini für ihre exzellenten akademischen Leistungen und ihr herausragendes interkulturelles und soziales Engagement, unter anderem bei der Betreuung einer Studiengruppe während des Putsches in Istanbul.