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| 18:04 Uhr

Theater
Staatstheater feiert Premiere im Klassenzimmer

Josephine Fabian (stehend) spielt Mia. Und Kathrin. Und Lotte. „Was kommt“ feierte am Donnerstagmorgen Premiere im Evangelischen Gymnasium in Sandow.
Josephine Fabian (stehend) spielt Mia. Und Kathrin. Und Lotte. „Was kommt“ feierte am Donnerstagmorgen Premiere im Evangelischen Gymnasium in Sandow. FOTO: Staatstheater Cottbus / Marlies Kross
Cottbus. Mitreißend, didaktisch und zeigefingerlos: Josephine Fabian spielt für Schüler ab Klasse neun. Von Daniel Schauff

Es ist faszinierend – drei, vier Mal wird gekichert, als Josephine Fabian die Schüler befragt. Nicht wie eine Lehrerin, auch nicht wie eine Mitschülerin. Wie Mia, wie Kathrin, wie Lotte vielleicht, drei junge Frauen, allesamt dem Schülerinnenalter gerade erst entwachsen, drei junge Frauen, die Josephine Fabian spielt – die Übergänge nahtlos, die Schüler erahnen vielleicht an der Körperhaltung, vielleicht am Gesichtsausdruck, vielleicht ein wenig an der Stimme, wer von den drei jungen Frauen da gerade durch das Klassenzimmer schreitet. Das Kichern jedenfalls verstummt in den ersten Minuten.

Mit „Was kommt“ präsentiert das Staatstheater sein mittlerweile sechstes mobiles Theaterstück. Das kurze, dichte, nicht selten mitreißende Stück, ins Klassenzimmer gebracht von Regisseur Lukas Pohlmann, ist konzipiert für Schüler ab der neunten Jahrgangsstufe. Am Evangelischen Gymnasium hat „Was kommt“ am Donnerstag Premiere gefeiert.

Mia ist verzweifelt, bisweilen wüntend darauf, dass sie nur ein kleines Puzzleteil der Gesellschaft ist, dass sie ohnehin nichts ändern kann – nichts daran, dass die „Zombies“ sehenden Auges die Gesellschaft zerstören. Im Humanismus sieht Mia die Lösung, sie aber herbeizuführen, scheint ihr nahezu unmöglich. Kathrin träumt dagegen von einer kontrollierten Welt, Social Media ist das Stichwort und der Weg in eine bessere Welt. Kathrin sucht Mitstreiter – und wer wäre besser von neuen Ideen zu überzeugen als Schüler? Lotte will die Welt verändern – im vehementesten Sinne. Sie träumt von deren Untergang und einer utopischen Welt – und scheut nicht zurück, ihren Wünschen Taten folgen zu lassen.

„Was kommt“ ist ohne Frage didaktisch, kommt aber ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger aus. Lukas Pohlmann spart zudem nicht, mit aktuellsten regionalen Anspielungen, Stichworte: Zukunft Heimat etwa, oder Strukturwandel. Und das auch: ohne Zeigefinger.

Buchungen für eine Schulklasse sind über die Theaterpädagogin Nadine Tiedge möglich (n.tiedge@staatstheater-cottbus.de)