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St. Nikolai verkauft Gemeindehaus in Sandow

Cottbus.. Die Cottbuser Kirchengemeinde St. Nikolai hat das Bodelschwingh-Gemeindehhaus in Sandow verkauft. Pfarrer Christoph Polster sagte dazu, dies sei für die Kirchengemeinde ein bitterer Schritt gewesen. H. Jürgen Hennig

Allerdings sehe sich die Gemeinde dazu gezwungen, „da die drastisch gesunkenen Einnahmesituationen die Arbeitsmöglichkeiten gefährden“ .
Gerade für ältere Gemeindeglieder in Sandow sei der Verkauf natürlich ein trauriger Vorgang, so Polster, „das Haus hat viele Stürme überstanden“ . Er erinnerte an das Begehren der Stadtplaner zu sozialistischen Zeiten, der Kirche das Gebäude wegzunehmen. Polster: „Wir können mit Recht stolz darauf sein, dass wir es festhalten konnten.“
Allerdings verlaufe die Entwicklung der Struktur der Kirchengemeinde ähnlich wie die die Entwicklung der Stadt Cottbus. Mit dem Sinken der Einwohnerzahl verringerten sich auch die Einkünfte. Zudem werde die Kirchensteuer-Summe kleiner, wenn der Altersdurchschnitt der Bevölkerung ansteige.
Die Gemeindeleitung reagiere mit dem Verkauf, über den seit zwei Jahren diskutiert werde, auf eine Situation, die alle Gemeinden des Kirchenkreises und der Landeskirche betreffe. Polster: „Um eine negative Bilanz zwischen zurückgehenden Einnahmen und laufenden Ausgaben bewältigen zu können, müssen die Verwaltungskosten zugunsten der Gemeindearbeit in verantwortlichen Dimensionen gehalten werden.“ Die Kirchengemeinde St. Nikolai habe sich auf ein vertretbares Maß an Gemeinderäumen konzentriert und das Gemeindehaus Gertraudtenstraße und die Oberkirche in jüngster Vergangenheit saniert. Zum letzten Gottesdienst ist die Gemeinde am Sonntag, 30. April, in das Bodelschwingh-Gemeindehaus in Sandow, Am Doll 4, eingeladen.
Das Anwesen wurde laut Polster an einen Privatmann veräußert, der es teils zu Wohn-, teils zu geschäftlichen Zwecken nutzen will. Eine Renovierung hätte die Kirchengemeinde rund 350 000 Euro gekostet. Der erste Verkauf eines Gemeindehauses sei sehr schmerzlich gewesen. Vor der Entscheidung sei die Substanz der vorhandenen Gebäude unter die Lupe genommen worden. Die Gemeindeleitung wolle vor allen der dörflichen Situation einzelner Stadtteile gerecht werden, und habe sich angesichts der Sanierung des Evangelischen Zentrums in der Gertraudtenstraße und des technischen Zustandes der Schlosskirche schweren Herzens für den Verkauf des Sandower Gemeindehauses entschieden.
St. Nikolai zählt rund 3500 Gemeindeglieder und unterhält Gemeindehäuser in der Schillerstraße, Gertraudtenstraße, Schlosskirche, in der Bodelschwinghstraße, in Branitz, Dissenchen und in Merzdorf. (ka)