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| 18:54 Uhr

Veranstaltung
Sprung ins Wasser auf dem Weg zum Ostsee

Den Startschuss für das diesjährige 24-Stunden-Schwimmen in der Lagune soll Oberbürgermeister Holger Kelch geben.
Den Startschuss für das diesjährige 24-Stunden-Schwimmen in der Lagune soll Oberbürgermeister Holger Kelch geben. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. 24-Stunden-Schwimmen in der Lagune hat sich zum beliebten Breitensportwettkampf gemausert. 2000 Starter erwartet. Von Silke Halpick

„Die größte Herausforderung ist, 120 Ehrenamtler zu finden, die bei der Organisation mithelfen“, sagt Steffen Zernick, Vorsitzender des DLRG-Stadtverbandes Cottbus. Er selbst ist seit 20 Jahren dabei. Seine 20. Auflage erlebt auch das 24-Stunden-Schwimmen. Mit rund 2000 Startern wird vom 16. bis 17. November in der Cottbuser Lagune gerechnet.

„Wir können mit Recht sagen, dass wir die größte Breitensportveranstaltung bundesweit in einer Schwimmhalle sind“, betont Pressesprecher Robert Büschel vom veranstaltenden Verein. Der Wettkampf richtet sich an alle Interessierten, ob jung oder alt, Mann oder Frau, Vereinsathlet oder Gelegenheitsschwimmer. Alle Teilnehmer, die mindestens 100 Meter zurückgelegt haben, bekommen eine Urkunde. Diesmal im neuen Design.

„In den Anfangsjahren wurden die Urkunden noch handschriftlich ausgefüllt“, erzählt Zernick. Mittlerweile genüge ein Knopfdruck. Stündlich wird auch die Live-Statistik auf der Internetseite aktualisiert. Ausgewiesen werden diesmal sogar die Ostsee-Umrundungen. „Eine Runde sind 23 Kilometer“, so Zernick. „Auf dem Weg zum Cottbuser Ostsee“ ist auch das Thema des diesjährigen 24-Stunden-Schwimmens.

Der Grund ist einfach: Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Cottbus sieht ihre Zukunft eng mit dem geplanten Ostsee, der auf dem Areal des ehemaligen Braunkohletagebaus Cottbus-Nord entstehen soll, verbunden. Für die Sicherheit um und am See fühlen sich die Rettungsschwimmer verantwortlich. Die dafür nötigen Strukturen, wie eine Wasserrettungsstation am Cottbuser Stadthafen, müssten langfristig vorbereitet, geplant und letztlich auch finanziert werden, heißt es.

„Wir haben zum 24-Stunden-Schwimmen bereits Anmeldungen aus Sachsen und dem Norden Deutschlands“, berichtet Büschel. Auch viele ehemalige Cottbuser, die ihre Heimatstadt beispielsweise wegen Studium oder Beruf verlassen haben, kommen für den Wettkampf zurück. Dass sich dieser „in die Herzen eingebrannt“ habe, freut auch die Veranstalter.

Mit insgesamt 1944 Startern war das vergangene Jahr das bisher teilnahmestärkste. Die bisher längste Gesamtstrecke wurde im Jahr 2016 mit 5428 Kilometern zurückgelegt. Die beste Einzelleistung mit 42,2 Kilometern erreichte ein Starter im Jahr 2007.

Mit dem Wettkampf will der DLRG-Stadtverband Cottbus auch auf die „Wichtigkeit des Schwimmen-Lernens und -Könnens aufmerksam machen“, wie Zernick betont. „Wer nicht schwimmen kann, begibt sich bei jedem Aufenthalt am und im Wasser in akute Lebensgefahr“, erklärt er. Allein bis Ende August 2018 ertranken in Deutschland mehr als 445 Menschen, 28 davon in Brandenburg. Das entspricht eine Steigerung um 148 Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bundesweit und 14 in Brandenburg.