Die „Explosion“ hat bereits einiges durcheinander gewirbelt: Die Brauhausbergstraße, einst schlammig und holprig, wird derzeit gepflastert. Ein angrenzender Bürgerpark wurde bereits im April übergeben - als erstes von insgesamt 22 Projekten. „Endlich tut sich etwas“ , sagte Güldenpfennig. Jahrelang habe der Bürgerverein auf sichtbare Veränderungen im Stadtteil gedrängt. Jetzt werde gleichzeitig in der Brauhausbergstraße, an der Lutherkirche, deren Vorplatz sowie in der Ottilienstraße, der Gartenstraße und der Bautzener Straße gebaut. In der Brauhausbergstraße, weiß Güldenpfennig, will ein Privateigentümer wieder ein Cafè etablieren.
Ziel des Programmes „Zukunft im Stadtteil“ sei die Öffentlichkeit des Gebauten, erklärte Karin Bröske vom Bauverwaltungsamt der Stadt. Der offene Park an der Brauhausbergstraße gehöre ebenso dazu wie eine geplante Sportfläche auf Teilen des Schulhofes der Realschule. Diese Fläche werde kombiniert mit der Turnhalle, die voraussichtlich ab Frühjahr 2006 saniert werde. In einem Pilotprojekt werden hier mehrere Cottbuser Sportvereine als Nutzer einziehen (die RUNDSCHAU berichtete).
Die Spremberger Vorstadt passt zum Titel des Förderprogramms: Der 361 Hektar umfassende Stadtteil zwischen Senftenberger Bahn im Westen und der Spree im Osten beherbergt mehr als 14 300 Cottbuser. Diese Zahl soll trotz des relativ hohen Durchschnittsalters von 47,1 Jahren stabil bleiben (Stadt: 42,6 Jahre). Die Spremberger Vorstadt verzeichnete nach Angaben der Cottbuser Statistikstelle in den vergangenen zwei Jahren ein deutliches Plus an Zuzüglern aus anderen Stadtteilen.
Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Cottbus (GWG) hat im vergangenen Jahr ein groß angelegtes Sanierungsprogramm für mehr als 600 Wohnungen zwischen Ottilien- und Bautzener Straße gestartet.
„Der drohende Niedergang des Stadtteils hat uns vor zehn Jahren bewogen, den Bürgerverein zu gründen“ , erzählte Vereinsvorstand Horst Müller. Die Arbeit trage jetzt Früchte. Gut 5,5 Millionen Euro fließen nach Auskunft von Karin Bröske in die „ZiS“ -Projekte. Dass es jetzt Schlag auf Schlag geht, liege an der langwierigen und schwierigen Vorbereitung. Etwa zwei Jahre dauere es, bis Projekte eingetütet sind.
Drei Schandflecke aber werden bleiben, fürchtet der Bürgerverein. Ungeklärt ist die Zukunft des Café Süd in der Straße der Jugend, der leer stehenden Realschule sowie des Geländes der früheren Justizvollzugsanstalt in der Bautzener Straße.
Gleichzeitig drängen Dauerprobleme wie Graffiti-Schmierereien, Zerstörungswut und zugeparkte Wohngebietsstraßen. „Solchen Probleme laufen wir und läuft die Stadt nur noch hinterher“ , sagte Güldenpfennig.

Hintergrund Bürgergespräch
 Mitte November soll ein Bürgergespräch für die Spremberger Vorstadt stattfinden. Schwerpunkt werden nach Angaben des Bürgervereins die Abriss- und Gestaltungspläne der Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) für die Görlitzer Straße und die Weinbergstraße.