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| 16:56 Uhr

Cottbus
Spreewehrmühle wird Baustelle

So soll sich der Fischpass über die Mühleninsel schlängeln. Dies ist der Blick vom Großen Spreewehr in Richtung Süden. Die Anlage ist gewaltig: 3,60 Meter breit und 150 Meter lang. Der Bau wird anderthalb Jahre dauern.
So soll sich der Fischpass über die Mühleninsel schlängeln. Dies ist der Blick vom Großen Spreewehr in Richtung Süden. Die Anlage ist gewaltig: 3,60 Meter breit und 150 Meter lang. Der Bau wird anderthalb Jahre dauern. FOTO: Montage Prokon / -
Cottbus. Im Mai beginnen die Bauarbeiten für den neuen Fischpass am Großen Spreewehr. Sie werden anderthalb Jahre dauern. Danach soll es am Kleinen Spreewehr weitergehen. Von Peggy Kompalla

Das Landesumweltamt hat als Obere Wasserbehörde Brandenburgs bereits seine Zustimmung gegeben, der Fördergeldbescheid liegt vor, die Planungen sind weitestgehend abgeschlossen – damit kann es im Frühling losgehen. Die Insel an der Spreewehrmühle wird zur Baustelle für einen Fischpass von gewaltigen Ausmaßen. Daran stören sich nicht nur viele Cottbuser, auch die Stadtverwaltung hat ihre Einwände. Das Bauwerk kommt trotzdem.

Der Bauplan zeigt es: Die Anlage schlängelt sich auf einer Länge von 150 Metern über die Insel und reicht vom Wehr bis zur Spitze (siehe Grafik). Der Kanal weist eine Breite von 3,60 Metern auf und besteht aus 28 Becken. Mit jedem Becken werden zehn Zentimeter Höhe genommen. Kostenpunkt: rund 2,7 Millionen Euro. Bezahlt wird das von EU und Brandenburg. Denn die Spree liegt als Gewässer in der Verantwortung des Landes und soll entsprechend einer europäischen Wasserrahmenrichtlinie für Fische durchlässig gemacht werden. Der Wasser- und Bodenverband Oberland Calau kümmert sich im Auftrag des Landes um die Unterhaltung – und damit auch die Baustelle.

Die Stadt Cottbus hat bei der Planung ihre Bedenken eingebracht. Hauptargument: Der Eingriff in die Landschaft sei zu groß. Die Stadt hat erst im Jahr 2012 das Areal rund um das Technische Denkmal und den Gasthof für fast 400 000 Euro auf Vordermann gebracht: Wege angelegt, Stufen mit Sitzgelegenheiten, Picknickplätze, Fahrradständer, Parkplätze. Die Spreewehrmühle gehört zu den attraktivsten und beliebtesten Ausflugszielen der Stadt, liegt außerdem direkt am Spreeradweg und ist damit von touristischer Bedeutung – auch mit den Bootsstegen für Wassertouristen.

Ingolf Burisch vom Wasser- und Bodenverband versichert: „Wir haben alle Hinweise in die Pläne eingearbeitet.“ Demnach ist für die Anpassungen auch ein Landschaftsarchitekt konsultiert worden. „Das Wehr ist ebenfalls ein technisches Bauwerk“, sagt der Fachmann. Er ist sich sicher: „Der Fischpass wird sich in die Landschaft einfügen.“

Burisch zufolge beginnen die Arbeiten im Mai. Der Besucherverkehr an dem Ausflugsziel soll so wenig wie möglich eingeschränkt werden. „Aber eine Baustelle bleibt eine Baustelle.“ Auch an die Paddler sei gedacht. „Wir werden temporäre Stege anlegen“, versichert er. Bis Ende 2019 soll der Fischpass fertig sein.

Während am Großen Spreewehr gebaut wird, laufen parallel die Planungen für eine ähnliche Anlage am Kleinen Spreewehr weiter. „Derzeit laufen die Anpassungen der Planungsunterlagen“, erklärt Ingolf Burisch. Anfang 2018 werde es weitere Abstimmungen mit der Stadt Cottbus geben, danach werden die Pläne offengelegt – sprich: Jedermann kann sie einsehen und seine Einwände formulieren. Heute geht der Wasser- und Bodenverband davon aus, dass mit dem Bau des Fischpasses am Kleinen Spreewehr Mitte 2020 begonnen wird. Bis Ende 2021 ist die Fertigstellung geplant.

Hier soll der Fischpass gebaut werden.
Hier soll der Fischpass gebaut werden. FOTO: Katrin Janetzko / LR