| 17:58 Uhr

Burg
Idylle der Landschaft und Ruhe sollen bewahrt werden

Im Burger Landhotel trafen sich am Sonnabend mehr als 200 Burger, um gemeinsam über das alte und das neue Jahr zu sprechen.
Im Burger Landhotel trafen sich am Sonnabend mehr als 200 Burger, um gemeinsam über das alte und das neue Jahr zu sprechen. FOTO: Marion Hirche
Burg. Woklapnica lockt 200 Burger ins Landhotel. Von Marion Hirche

Am Sonnabend haben die Burger nach altem Brauch das vergangene Jahr im Burger Landhotel „abgeklopft“. Der Burger Gästeführer und ehemalige Schulleiter Klaus Haufe rief allen Gekommenem  diese Tradition noch mal ins Gedächtnis: „Woklapnica, das heißt abklopfen. Die Bürger kommen zusammen, um über das alte Jahr zu reden, Fragen zum kommunalen Wohlergehen werden beantwortet und neue Wirte können sich in die Dorfgemeinschaft einkaufen. Ich erlebe seit 65 Jahren solche Einwohnerversammlungen zum Jahresauftakt. Diese Tradition hat hier in Burg  auch zu DDR-Zeiten keine Pause gemacht. Die Einwohner von Burg/Kauper haben sich immer hier im alten Wendenkönigsrestaurant getroffen.“ Klaus Haufe  wurde von Bürgermeisterin Ira Frackmann  als verdienstvoller Bürger Burgs ausgezeichnet.

Dieses besondere Dankeschön gab es erstmals. Bei dieser Premiere wurden auch noch zwei besonders aktive Vereine gewürdigt: der Heimat-und Trachtenverein Burg und die IG Bauernhaus, die auf dem Schlossberghof das Annemarie-Schulz-Haus betreuen. Die Vertreter beider Vereine riefen die Anwesenden auf, Mitglied bei ihnen zu werden.

Die besondere Bedeutung des Ehrenamts zog sich wie ein roter Faden durch die dreistündige Sitzung.  Birgit Buckenauer, Inhaberin des Landhandels Burg  appellierte leidenschaftlich  an alle Anwesende sich einzubringen: „Ich besuche die Gemeindevertretersitzungen regelmäßig, erfahre dort viel und  stelle dort auch Fragen. Kommen Sie auch in die Einwohnerfragestunden. Wenn  Sie keine Zeit haben, dann übermitteln Sie mir ihre Fragen, ich stelle sie für Sie und hole die Antworten.“ Die engagierte  Frau fragte nach, ob die geplante Erweiterung der Rehaklinik im Interesse des Dorfes ist: „Wir müssen die Ruhe und Idylle der Landschaft bewahren, deshalb kommen sie nämlich zu uns nach Burg.“  Für diese Aussage gab es viel Zustimmung im Publikum. In mehreren Wortbeiträgen wurde deutlich, dass Burg sich nur  in der Qualität, nicht mehr in der Quantität touristisch weiter entwickeln soll. Die Gemeindevertreter  griffen diesen Hinweis auf, das Entwicklungskonzept des Ortes 2020 wird fortgeschrieben. In dem Zusammenhang informierte Amtsdirektoren Petra Krautz darüber, dass in allen sechs Orten des Amtes jetzt Entwicklungsstrategien aufgeschrieben werden.

Bürgermeisterin Ira Frackmann ließ in ihrem Bericht  noch mal das vergangene Jahr Revue passieren, das von Jubiläen geprägt war: 25 Jahre Heimat- und Trachtenfest, 25 Jahre Amt Burg, 100 Jahre Bismarckturm, 60 Jahre Jugendherberge. Sie bedankte sich bei allen ehrenamtlich Tätigen und auch bei den  engagierten Unternehmern. In ihrem Ausblick auf 2018 erwähnte sie unter anderem die Grundsteinlegung für den Ersatzneubau für die Kita „Spreewaldlutki“, den vorgesehenen Baubeginn für die neue Mehrzweckhalle, die Erweiterung des Parkplatzes an der Mühle inklusive der Bewirtschaftung, das wieder stattfindende Fest „Quark&Leinöl“ nach der erfolgreichen Vorjahrespremiere und lud alle zur Jubiläumsfastnacht mit dem 125. Festumzug am 20. Januar ein.

Amtsdirektorin Petra Krautz nutzte ihren Beitrag, um umfassend darzustellen, wie sich Burg entwickelt hat und ging auf die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen ein. In der Diskussion sprach Gudrun Dossow die umfangreichen Aktivitäten der Burger Jugend an. Die Unregelmäßigkeiten bei der Abführung des Kurbeitrages spielten eine Rolle. Hier informierte die Amtsdirektorin, dass jetzt ein Mitarbeiter mit der Kontrolle beauftragt wurde. Richard Rumpel hinterfragte die  ausgefallene Beleuchtung des Bismarckturmes. Hier wurde er von der Verwaltung vertröstet: „Wir sind an dem Problem dran, es gibt komplizierte technische Fehler, die behoben werden müssen.“ In der  vom Gemeindevertreter Ulrich Noack moderierten Diskussion  wurden die Schaffung von Gesundheits- und Unternehmerstammtischen in Burg angeregt und die Erweiterung des Landhandels zur Markthalle für regionale Produkte wurde erwähnt.

Andrea Franz, Vermieterin aus Burg Kauper  sprach sich für Verbesserungen im Außenbezirk an: „Ein Spielplatz am Badesee im Willischzaweg, sowie eine bessere  Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel ans Dorf wären wünschenswert.“

Mit dem Einkauf neuer Wirte ging die lebendige, sehr informative Veranstaltung zu Ende. Robert Motzek  überreichte original Kräutermühlenöl und gab bekannt, dass er das Unternehmen seiner Mutter, die Kräutermühle, übernimmt.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE