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| 18:32 Uhr

Job nicht lukrativ genug
Gemüsebauern fehlen Erntehelfer

Der Job des Erntehelfers ist kein einfacher – und für immer weniger infrage kommende offenbar zunehmend unattraktiv.
Der Job des Erntehelfers ist kein einfacher – und für immer weniger infrage kommende offenbar zunehmend unattraktiv. FOTO: Patrick Pleul
Cottbus. Saisonkräfte bleiben lieber zu Hause. Lausitzer Landwirte stehen vor ungewisser Zukunft. Von Christian Taubert

Lausitzer Gemüsebauern sehen sich zunehmend um den Ertrag ihrer Arbeit unter freiem Himmel gebracht. Dabei machen sie sich weniger Sorgen um die seit Wochen anhaltende Trockenheit. Vielmehr fehlen ihnen Saisonarbeitskräfte, die Spargel stechen, Gurken ernten oder auch Erdbeeren pflücken.

„Das haben wir so noch nicht erlebt“, resümiert Gerald Kaltschmidt vom gleichnamigen Spargelbetrieb in Preschen (Spree-Neiße), dass so viele Saisonkräfte aus Polen nicht gekommen waren. Er habe den gut gewachsenen Spargel letztlich unterpflügen müssen. Heinz-Peter Frehn, Chef des Gurkenhofes in Steinreich (Dahme-Spreewald), spricht davon, in diesem Jahr „noch mit ach und krach über die Runden zu kommen“. Die Verluste, wenn 20 Prozent der Erntehelfer zu Saisonstart ausbleiben, seien kaum aufzuholen.

Der Job des Erntehelfers sei für immer mehr Polen unattraktiv geworden, erklärt Jana Frost von der Industrie- und Handelskammer Cottbus. Es gebe im Nachbarland mit der wachsenden Wirtschaft wieder mehr Jobs. Die Anwerbung von Saisonkräften auf Rumänien und die Ukraine auszuweiten, könne für ein paar Jahre Entlastung bringen, sagt die Referentin für Arbeitsmarkt und Fachkräftesicherung. „Langfristig aber muss es um eine stärkere Technisierung gehen. Es werden auch in diesem Bereich nicht mehr Leute.“ Spreewaldbauer Karl-Heinz Ricken nimmt aber auch die Verbraucher mit in die Pflicht. Nach regionalen Produkten zu verlangen, letztlich aber die Billiggurke im Supermarkt zu kaufen – „davon können wir keine höheren Löhne bezahlen“.