Knapp über einen Meter ist der Drehbaum von Dziumblas groß. Er besteht aus vier Etagen mit Kerzen, allerlei winterlicher Dekoration und einem großen verstellbaren Flügelrad an der Spitze. Dieser Vorgänger des Weihnachtsbaumes erinnert an eine Weihnachtspyramide, funktioniert aber anders. Während sich bei den vor allem aus dem Erzgebirge bekannten Pyramiden nur die Flügel mit dem Stab drehen, rotiert der Dreeboom komplett um die eigene Achse - inklusive der Kerzen. Wichtig sei, so Dieter Dziumbla, dass dies nicht zu schnell geschehe. "Sonst spritzt das Wachs", erklärt er. Wegen der Brandgefahr müsse immer jemand in der Nähe bleiben.

Gebaut hat Dieter Dziumbla seinen Drehbaum selbst. Wie lange er dafür gebraucht hatte, sei ihm nicht mehr genau in Erinnerung. "Ich habe gebaut, wie ich Zeit und Lust hatte. Dabei musste mit der Hand geschraubt werden und nicht mit dem Akkuschrauber. Denn Sperrholz ist sehr empfindlich", sagt er. Dabei sei der Dreeboom in der Werkstatt nicht die aufwändigste Arbeit. "Unser Wohnzimmer schmückt ein 2,80 Meter hohes Exemplar mit sieben Etagen", berichtet der Burger stolz.

Über Jahrzehnte seien die Drehbäume, die eine lange Geschichte im Burger Spreewald haben, in Vergessenheit geraten. "Meine Mutter kann sich nicht mehr daran erinnern", erzählt Christa Dziumbla, "und die ist 89 Jahre alt". Fotografenmeister Erhard Steffen hatte die Tradition im Kurort wieder zum Leben erweckt, sagt sie. Dieter Dziumbla schloss sich an. Mittlerweile gebe es ein paar Baupläne, nach denen jüngst sogar das Museum Schloss Lübben gesucht habe. Das Interesse am Dreeboom ist groß, bestätigt das Paar. Kürzlich sei der Neu Zaucher Traditionsverein vorbeigekommen, um sich das gute Stück anzusehen. Im Advent hatte das Ehepaar auch Freunde zu Kaffee und Feuerzangenbowle am Dreeboom eingeladen, berichten sie. Am heutigen Heiligabend werden Christa und Dieter Dziumbla ihn wieder im Hotel am Spreebogen aufstellen. "Das wird sogar schon über ein Reisebüro angeboten", sagen sie. "Die Gäste treffen sich zur Bescherung und erzählen Geschichten."