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Cottbus
Spreeschule muss weiter warten

Cottbus. Die Stadt Cottbus erhält mehr als zwölf Millionen Euro Fördergeld für den Schulausbau. Jetzt ist klar, welche Einrichtungen von der Finanzspritze des Bundes profitieren. Von Peggy Kompalla

Kommunalinvestitionsfördergesetz – hinter diesem Wortungeheuer verbirgt sich für die Stadt Cottbus eine Menge Geld. Um genau zu sein: Es sind 12,6 Millionen Euro. Die kommen vom Bund und sollen den Kommunen bei Investitionen in Schulgebäude unterstützen. Nun ist klar, wie das Geld auf die einzelnen Einrichtungen der Stadt verteilt wird. Ein entsprechender Beschluss wurde in der vergangenen Woche im Bildungsausschuss bestätigt.

Die Finanzspritze kommt der Stadt Cottbus gerade recht, hilft sie doch gleich mehrere Projekte abzuschließen. Dabei zeichnen sich längst neue Baustellen am Horizont ab – für die neue Schmellwitzer Oberschule, die im nächsten Schuljahr an den Start geht, und die neu zu eröffnende Grundschule an der Hallenser Straße. Doch die Spreeschule, deren Kinder mit Behinderungen seit Jahren nur unter schwierigen Bedingungen unterrichtet werden, muss weiter warten.

Mit einem Baubeginn für den neuen Spreeschul-Standort in Sandow ist der Stadtverwaltung zufolge nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen. Die Bauzeit werde der Erfahrung nach zwei Jahre dauern. Damit könnte die Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung voraussichtlich erst im Jahr 2023 unter besseren Bedingungen arbeiten. Derzeit ist sie auf drei Standorte in der Stadt verteilt – an der Rudniki in Schmellwitz, in der Puschkinpromenade in der Stadtmitte und in der Makarenkostraße in Sachsendorf. Die Zahl der Schüler wächst stetig – insbesondere mit Kindern mit Mehrfachbehinderungen. In diesem Schuljahr besuchen 163 Kinder die Spreeschule. Im nächsten Schuljahr werden es voraussichtlich 173 sein. Das geht aus einer Anfrage der Fraktion Unser Cottbus/FDP hervor.

Die Spreeschule bekommt aus dem Fördertopf zwar mit 8,7 Millionen Euro den größten Brocken. Aber selbst damit wird nur ein erster Gebäudeteil der neuen Schule in Sandow fertiggestellt. Die Gesamtkosten für den Umbau des alten Standortes des Max-Steenbeck-Gymnasiums an der Elisabeth-Wolf-Straße schätzt die Verwaltung auf rund 15 Millionen Euro. Demnach wird zunächst das Haus 2 an der Elisabeth-Wolf-Straße für die Spreeschule behindertengerecht umgebaut. Mit diesem ersten Schritt, so Sozialdezernentin Maren Dieckmann (parteilos), solle der Standort an der Puschkinpromenade abgelöst werden.

Allein die Planung für den Umbau wird der Stadtverwaltung zufolge die Jahre 2018 und 2019 in Anspruch nehmen. In der Zeit wird das unsanierte Schulgebäude in Sandow weiterhin als Ausweichquartier für andere Schulen dienen, deren Gebäude umgebaut werden. Derzeit werden in Sandow die Schüler der Astrid-Lindgren-Grundschule unterrichtet. Im nächsten Jahr folgen vermutlich die Schüler des Leichhardt-Gymnasiums. Denn aus dem Bundes-Fördertopf wird die aufgeschobene Sanierung des Hauses A nun endlich vorgenommen. 3,5 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Die Baugenehmigung liegt der Stadtverwaltung zufolge vor. Damit könne im Sommer 2019 mit dem letzten Sanierungs-Abschnitt des Leichhardt-Gymnasiums begonnen werden.

Die Spreeschule soll bis zu ihrer Zukunft in Sandow in Schmellwitz zumindest mithilfe von Containern vergrößert werden. Aber auch das dauert noch.

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