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| 02:33 Uhr

Spree-Tour offenbart Ostsee-Skepsis

Grüne machen Station am Ostsee: Wolfgang Renner, Benjamin Raschke, Franziska Schubert, Sascha Fussan von "Achtung Ostsee" und Stefan Schön aus Vetschau (v.l.).
Grüne machen Station am Ostsee: Wolfgang Renner, Benjamin Raschke, Franziska Schubert, Sascha Fussan von "Achtung Ostsee" und Stefan Schön aus Vetschau (v.l.). FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Die grünen Landtagsabgeordneten Franziska Schubert aus Sachsen und Benjamin Raschke aus Brandenburg haben auf ihrer Klare-Spree-Radtour Station am künftigen Ostsee gemacht. Dabei äußerten die Parlamentarier die Befürchtung, dass das künstliche Gewässer verockert. Peggy Kompalla

Deshalb fordern sie, beim Ostsee strenge Grenzwerte verbindlich festzuschreiben - sowohl für Eisenhydroxid - das für die Verockerung verantwortlich ist - als auch für Sulfat.

"Nur auf Grundlage verbindlicher Grenzwerte kann das Land Restriktionen durchsetzen beziehungsweise Regressansprüche gegenüber dem Bergbaubetreiber bei Nichteinhaltung geltend machen", sagte Raschke. Nach Ansicht der Grünen sollten die Grenzwerte von Eisen bei einem und bei Sulfat bei 250 Milligramm je Liter liegen. Dass das dringend notwendig ist, zeigt den Politikern eine Wasserprobe, die sie frisch aus dem abgepumpten Grundwasser im Graben neben dem Tranitzfließ direkt am Aussichtspunkt Süd bei Schlichow genommen haben. Sie weist nach ihren Angaben einen Eisenwert von 22,2 Milligramm je Liter auf. Ab einer Konzentration von drei Milligramm je Liter verfärbt sich ein Gewässer ockerbraun.

"Niemand kann heute mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, wie sich die Grundwasserströme entwickeln werden oder wie viel Eisenocker noch im Boden rund um und in dem ehemaligen Tagebau ist", betonte Raschke. Diese Skepsis teilt auch Wolfgang Renner. Er ist der Sprecher der Grünen in Spree-Neiße. "In den Erfolg des Cottbuser Ostsees setzen viele Menschen in der Region ihre Hoffnung", sagte Renner und warnte: "Die Landesregierung darf nicht schon wieder einen Kotau vor dem Bergbaubetreiber machen. Sollte der See auch nur Tendenzen von ockerbraunem Wasser aufweisen, werden die Touristen fernbleiben."

Am Aussichtspunkt trafen sich die Grünen mit Sascha Fussan von der Bürgerinitiative "Achtung Ostsee", die das Projekt kritisch begleitet. Der Mauster sagte: "Das Dorf wird komplett von Wasser eingeschlossen. Das ist schon ein Drohszenario."