(ski) In Vorbereitung des 44. Turniers der Meister, das vom 21. bis 24. November die Turnelite der Welt nach Cottbus ruft, hat Autogrammsammler Henryk Lattacz aus seiner umfangreichen Sammlung eine Kollektion von Bildtafeln zum Thema „Turnen und Cottbus“ zusammengestellt. Diese ist noch bis Anfang Dezember im Spremberger Turm zu sehen.

Einer der ersten sehr interessierten Besucher war am Wochenende der Enkel des ersten Cottbuser Olympiamedaillengewinners Gustav Schuft. Allerdings musste sich der 80-jährige Hans Schuft tüchtig mühen, um an jener Gedenktafel anzukommen, die im obersten Geschoss des Cottbuser Wahrzeichens positioniert war. „Aber wenn ich nun schon mal bis zur Tafel ge­klettert bin, auf der mein Opa gewürdigt wird, werde ich die restlichen der 131 Stufen bis auf die Aussichtsplattform gemeinsam mit meiner Frau Renate auch noch schaffen, um wieder einmal einen Blick auf unsere schöne Stadt zu genießen“, so Hans Schuft, der noch immer im traditionsreichen Gravur-Geschäft „Stempel Schuft“ in der Burgstraße seinen Dienst tut.

Im Spremberger Turm aber erzählte er dem Aussteller Henryk Lattacz Einzelheiten zum Mannschaftssieger des olympischen Turnwettbewerbs von 1896, in dem sein Großvater im Kreis von elf Sportlern den Mannschaftssieg erturnen konnte. Auch berichtete er, dass das deutsche Olympiateam 1896 per Zug nach Athen reiste. Allerdings reichte das Geld für den Rückweg nur bis Prag, wo die 21-köpfige deutsche Mannschaft sechs Tage auf das Geld für die Weiterfahrt warten musste. Auch hatte Hans Schufts Mutter ihrem Sohn, der schon als Achtjähriger seinen bekannten Opa verlor, davon erzählt, dass die deutsche Mannschaft vom damals amtierenden griechischen König Georg I. empfangen wurde. Das sei für Gustav Schuft ein beinahe größeres Erlebnis gewesen als die Auszeichnung mit der Medaille für den Olympiasieg. Nach der Beschreibung von Hans Schuft wurde sein Großvater damals nicht mit einer Gold-, sondern einer Silbermedaille gewürdigt: „Silber war damals tatsächlich das begehrteste Edelmetall. Gold war deshalb verpönt, weil wegen dieses Bodenschatzes kriegerische Auseinandersetzungen geführt wurden.“

Einzelheiten wie diese will Henryk Lattacz den künftigen Turm-Gästen weitergeben. Im Rahmen des diesjährigen Turniers der Meister im November wird er dem Fachpublikum aber auch die Tafeln zur Geschichte des bedeutenden Ereignisses vorstellen. „Ich weiß genau, dass die Turner aus aller Welt speziell an den Fotos interessiert sind, auf denen sie selbst bei ihren früheren Cottbus-Starts zu sehen sind. Das deutsche Nationalteam der Frauen hat sich schon bei Turnierdirektor Mirko Wohlfahrt für einen Besuch des Spremberger Turms angemeldet“, berichtet er.