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| 18:00 Uhr

Olympische Spiele
Sportbetonte Grundschule goes Olympia

Sechstklässler der sportbetonten Grundschule nahmen gestern an „Olympischen Spielen“ teil, die von Abiturienten des Ludwig-Leichhardt-Gymnasiums, im Rahmen eines studien- und berufsvorbereitenden Kurses, organisiert wurden. Hier tritt Team USA gegen Team Großbritannien im Zweifelderball an.
Sechstklässler der sportbetonten Grundschule nahmen gestern an „Olympischen Spielen“ teil, die von Abiturienten des Ludwig-Leichhardt-Gymnasiums, im Rahmen eines studien- und berufsvorbereitenden Kurses, organisiert wurden. Hier tritt Team USA gegen Team Großbritannien im Zweifelderball an. FOTO: Stephan Meyer / LR
Cottbus. Zwölftklässler organisierten Wettkampftag für Grundschüler als Berufsvorbereitung am Ludwig-Leichhardt-Gymnasium. Von Stephan Meyer

„Ich habe gedacht, dass ganze wird stressiger“, gab Vivien Sorge (17) gestern erleichtert zu. Knapp über ein Jahr lang plante und organisierte die Schülerin des Ludwig-Leichhardt-Gymnasiums mit ihren Klassenkameraden „Olympische Spiele“ für die Klassen 6a und 6b der Sportbetonten Grundschule. Gestern wurden die Wettkämpfe ausgetragen. Das Projekt fand im Rahmen eines studien- und berufsvorbereitenden Kurses des Gymnasiums statt.

Laut der betreuenden Sportlehrerin Cornelia Linka seien die Gymnasien verpflichtet berufsvorbereitende Projekte in den Unterricht zu integrieren. Die Schüler hätten dabei die Wahl zwischen einem eher wissenschaftlich orientierten und einem praxisnahen Kurs. Während ersterer mit einer Seminararbeit abgeschlossen wird, mussten die Schüler des Seminarkurses Sport eine Veranstaltung im Rahmen der Olympischen Spiele organisieren.

„Die Ideen dazu stammen jedoch von uns“, erklärte Vivien Sorge. Auch bei der Durchführung waren die Zwölftklässler auf sich alleine gestellt. Die 17-Jährige hatte sich mit einer Mitschülerin dazu bereit erklärt, die Teamleitung zu übernehmen. Die Aufgaben wurden in der Gruppe erarbeitet und klar verteilt. Die Schüler des Ludwig-Leichhardt-Gymnasiums entschieden sich dafür, sportliche Wettkämpfe in der Sportbetonten und der Erich Kästner Grundschule sowie für die Siebtklässler ihres eigenen Gymnasiums zu veranstalten. Vorher musste ein Konzept erarbeitet und die jeweiligen Schulen von der Idee überzeugt werden. Darüber hinaus haben die Schüler Sponsoren angeschrieben, Preise organisiert und elterliche Einverständniserklärungen eingeholt.

Am Montag konnten die Gymnasiasten dann ihr Konzept endlich in die Tat umsetzen. In der Sportbetonten Grundschule wurden Winter- und Sommerspiele gleich an einem Tag durchgeführt. Die Sechstklässler mussten sich in Team- und Einzeldisziplinen unter anderem in Hockey, Biathlon, Zweifelderball und einem Parcours messen.

Die Erfahrung aus den Vorjahren haben Cornelia Linka gezeigt, dass sie die Schüler auch manchmal Fehler machen lassen und sich etwas zurücknehmen muss. „Es ist sehr viel Eigeninitiative in dem Projekt gefragt“, erzählt die Lehrerin. Zum Teil fände ein Perspektivenwechsel statt. Die Zwölftklässler würden nun in die Rolle der Lehrer schlüpfen und müssten sich um Ruhe und die Aufmerksamkeit bei den Grundschüler bemühen. Insgesamt sei die Lehrerin jedoch mit der Leistung ihrer Klasse sehr zufrieden.

Carolin Friehman (17) betreute am Montag das Team „Deutschland“. Wie auch Vivien Sorge hatte sie vor dem Tag mit wesentlich mehr Stress gerechnet. „Es läuft alles besser als gedacht“, schätzte sie die Lage ein. Die Kinder seien alle sehr nett, auch wenn es ein, zwei Rebellen gäbe, wie sie sagte. Sie hatte sich für den praxisorientierten Kurs entschieden, weil er nach ihrer Meinung besser der Berufsvorbereitung dient. Nach dem Abitur wird sie Anwärterin für einen Sekretärinnenposten in der Stadtverwaltung Hamburg. Haruki Saito (17) weiß noch nicht genau, was er nach der Schule machen will. Er wählte diesen Kurs, weil er generell mehr für Sport übrig hat. Der Betreuer des Team „Japan“ bewertete den Wettkampftag ebenfalls positiv. „Bis jetzt läuft alles gut“, so der Abiturient.

Nicht nur die Vorbereitung und Durchführung liegt in der Verantwortung der Schüler, auch die anschließende Bewertung. „Es ist jetzt aber nicht so, dass wir uns alle Einsen geben“, erklärte Vivien Sorge. Von drei bis 15 Punkten wäre bei der Benotung alles dabei. Die Bewertungsvorschläge der Schüler dienen der Lehrerin Cornelia Linka dann als Grundlage.

Ginge es nach den Sechstklässlern, bekämen die Abiturienten nur Bestnoten. Sie zeigten sich begeistert. Vor allem Biathlon hat dem elfjährigen Jaydan Spaß bereitet. Sein Freund Marian (12) bevorzugte hingegen die Hockeywettkämpfe.