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| 18:42 Uhr

Fussball
Wenn der Vater mit dem Sohne

Kommt nicht alle Tage vor: Jörg Woltmann und sein Sohn Marc kicken beide für Viktoria Cottbus in der Kreisoberliga.
Kommt nicht alle Tage vor: Jörg Woltmann und sein Sohn Marc kicken beide für Viktoria Cottbus in der Kreisoberliga. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Beim Fußball-Kreisoberligisten Viktoria Cottbus spielen mit Jörg und Marc gleich zwei Woltmanns. Von Georg Zielonkowski

Wenn der Vater mit dem Sohne ... erstmals zu einem Punktspiel gemeinsam auf den Rasen läuft, ist dies durchaus eine seltene, vielleicht sogar einmalige Aktion. Beim Kreisoberliga-Punktspiel zwischen Guhrow und Viktoria Cottbus konnte genau dies am Sonntag beobachtet werden. Zwar ist der Einsatz eines 18-Jährigen bei den Männern nicht unüblich, doch dass ein 49-Jähriger noch immer in der 1. Männermannschaft am Ball ist, macht erst die oben erwähnte Konstellation möglich. Die Rede ist von Jörg Woltmann und dessen Sohn Marc.

„Der Junge hat Talent, das sieht man schon sehr gut. Derzeit sehe ich ihn auf der Sechser-Position oder eine Linie davor ganz gut aufgestellt“, erklärt Viktorias Trainer Ulrich Wegner. Auch Uwe Böhm, bei Viktoria über Jahre als Nachwuchstrainer unersetzlich, hat Marcs Talent früh erkannt. „Über Marc, der in meiner Kindergruppe schon auffällig gespielt hat, bin ich auch mit seinem berühmten Vater in Kontakt gekommen, um ihn vor acht Jahren davon zu überzeugen, dass auch er bei Viktoria gut aufgehoben ist“, erzählt Uwe Böhm.

Woltmann Senior hat neben seinen beiden Zweitligaspielen für den FC Energie Cottbus in der Saison 1997/98 und dem Einsatz beim DFB-Pokalfinale 1997 insgesamt 206 Spiele im Dress des FCE bestritten, bevor er 2010 zum FSV Viktoria Cottbus kam. Schon vor einer Woche beim Pokalspiel in Döbbrick konnte man den Namen Woltmann gleich zwei Mal auf dem Spielformular lesen, Sohn Marc erzielte da schon einen Treffer beim 7:0-Efolg des FSV. Weit schwieriger für ihn war der Punktspielauftakt in Guhrow, weil er erkennen musste, dass ein Mitwirken in der Kreisoberliga eine besondere Herausforderung bedeutet: „Es geht schon alles recht schnell und körperlich zur Sache. Aber auf meiner Lieblingsposition als Sechser müsste das demnächst noch besser klappen“, ist sich der Mann mit der Nummer vier auf dem Trikot sicher.

Belastend wirkt sich der in der Fußball-Lausitz bekannte Name Woltmann für ihn indes nicht aus, weil er beispielsweise bei Vaters DFB-Pokalfinal-Auftritt im Mai 1997 in Berlin gegen Stuttgart noch nicht geboren war: „Aber man hört immer wieder von diesem großen Erfolg, da bin ich schon verdammt stolz, ein Sohn des berühmten Woltmann zu sein!“